12. 05

Da jetzt der Unibesuch wieder mit einer halbstündigen Zugfahrt verbunden ist, steigt auch der Bücherverbrauch wieder an.
Erst gestern ist [amazon asin="3499228122"]"Das Wittgenstein-Programm"[/amazon] von Philip Kerr fertig geworden, nach nur drei Tagen Lesedauer ;)

Inhalt: London im Jahre 2013. Isidora Jakowicz, genannt Jake, ist Leiterin des Dezernats für Frauenmord bei Scotland Yard und bearbeitet gerade den Mord an einer jungen Frau, als man ihr einen weitaus brisanteren Fall zuweist. Mehrere Männer sind ermordet worden, die alle mit einem Decknamen in einer geheimen Datenbank -- dem Lombroso-Programm -- registriert sind. Das Fehlen eines bestimmten Nervenzentrums im Gehirn macht diese Männer zu potenziellen Gewalttätern und die Polizei wird im Falle eines Mordes oder einer anderen gewalttätigen Straftat vom Computer informiert, ob eine Person aus der Datenbank mit der Tat in Verbindung stehen könnte. Für Jake ist sofort klar, dass jemand in die Datenbank eingedrungen sein muss und sich die Liste aller Namen und Decknamen kopiert hat. Doch welches Motiv treibt den Mörder an? Erst als sich herausstellt, dass der Mörder selber in der Kartei war und Kontakt zu ihr aufnimmt begreift sie, dass ihn philosophische bzw. ethische Überlegungen zu seinen Taten treiben. (amazon.de)

Ein wirklich spannendes Buch, welches ich beim Lesen nur ungern aus der Hand gelegt habe. Interessant ist die Aufteilung der Kapitel. Der erste Teil des Kapitels beschreibt normal die Geschichte, wie man es von jedem Buch gewöhnt ist. Allerdings gibt es am Ende jeden Kapitels einen Teil, der die Sicht und Gedanken des Mörders zeigt. Durch den Einbau von philosophischen Positionen und Gedankengängen versuchte Kerr wohl dem Roman etwas mehr intellektuelle Tiefe zu geben, allerdings sind die Stellen teilweise etwas langatmig und können auch einfach überblättert werden. Andererseits scheint Kerr auch eine gewisse Freude daran zu haben, Sex und Gewalt möglichst genau zu schildern, was irgendwie im krassen Gegensatz zu der versuchten intellektuellen Tiefe steht.
Trotzdem fand ich den Roman ziemlich fesselnd, wenn man von den kleinen philosophischen Durchhängern absieht.

Für den Roman hat Kerr übrigens 1995 den Deutschen Krimi Preis verliehen bekommen.
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