20. 08
In Sachen Alkohol sind die Schweden ziemlich seltsam. Um in Pubs Alkohol zu bekommen muss man mindestens 18 Jahre sein. Im Geschäft kaufen darf man Alkohol allerdings erst am 20. Allerdings kann man für solche Zwecke nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich mit Bier (Öl) eindecken. In Supermärkten darf nur Alkohol bis 3.5% verkauft werden. Meist gibt es von der selben Sorte dann eine Dose mit 2.8% und nebendran das selber nochmal mit 3.5%. Wer mehr will, muss ins sogenannte "Sytembolaget" gehen. Das sind reine (staatliche) Alkoholshops, wo man dann alles über 3.5% (zu recht saftigen Preisen) einkaufen kann. Dafür ist die Auswahl dort ziemlich gross, zu jedem Wein/Bier/Schnaps gibt es auch eine kleine Infotafel, wo das Zeug her ist, Alkoholgehalt usw - idealer Platz für eine Party wäre so ein Systembolaget ;)18. 08
Dach hab ich jetzt zwar überm Kopf, aber die optimale Lösung ist es nicht. Die Wohung liegt in Skötgetöp und ist eine vier Mann WG (ein Österreicher, ein Franzose, ein Holländer und ich). Jeder hat also ein kleines Zimmer und des weiteren gibt es Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsbad und Gemeinschaftswohnzimmer. Es ist recht interessant zu sehen, was man hier unter "möbelliertem Appartment" so versteht. In meinem Zimmer gibt es ein Bett, ein Tisch, eine Tischlampe (mit kaputter Birne) und eine Bettlampe - that's it. Wenn man eine Deckenlampe, eine Decke, ein Kissen, Bettzeug usw haben will, heisst es dem IKEA einen Besuch abstatten. Auch das Gemeinschaftszimmer war bis auf eine Couch total leer - relativ unkonfortabel. Das Viertel liegt auch am Arsch der Welt. Mangels Fahrrad bin ich heute morgen zu Fuss zur Uni getappt, was schnellen Schrittes stolze 40min gedauert hab (lässt sich vielleicht durch die Wahl des optimalen Weges noch verkürzen, aber ich war froh den Weg überhaupt gefunden zu haben).Das Viertel in dem die Wohnung ist versprüht schon etwas Ghetto-Flair: Unzählige total gleich aussehenede Reihenhäuser - ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das hier eine "gute" Gegend ist. Ausserdem hat man das Problem nicht viele Studenten kennen zu lernen, denn in dem Viertel hier wohnen nur 50 Stück, und die sind auch noch quer über das Viertel verstreut. Naja, muss man jetzt das beste draus machen - ist ja nur bis Januar. Trotzdem hätte ich lieber in einem Korridor-Room in Ryd gewohnt.
Damit man mal sieht was wo ist, gibts auch einen Google-Earth Screenshot (plus die Placemarks für Google Earth User)

Uni Placemark - Fogdegatan (da ist die Wohnung) - Ryd
Bilder von der Wohnung gibt es hier
18. 08
Die erste Station hätte ich mal hinter mir: Ich bin in Schweden :)Nachdem schon um halb 5 der Wecker gerappelt hat, damit wir nachher 30min vor Öffnung der Check-In Schalter schon in Hahn sein konnten, musste ich lernen, dass auch Flugdauern sehr variabel sein können. Eigentlich sollte der Flug nach Stockholm Skavska 130 Minuten dauern. Allerdings ist ein Flugzeug wohl in der Lage, auf dieser nicht wirklich langen Strecke 30 Minuten gutzumachen - wir waren 30min vor der vorgesehenen Ankunftszeit schon in Stockholm. Während der Zeit ist im Flugzeug allerdings immer was los: Erst kommen die Flugbekleiter und bieten (gegen Geld natürlich - ist ja schliesslich Ryanair) Getränke an, dann gehen sie wieder durch und bieten ein (relativ langweiliges) Ryanair-Magazin zum lesen an, in dem man immerhin erfährt das Ryanair (angeblich) Europas pünktlichste Fluggesellschaft ist. Der nächste Durchgang der Flugbegleiter bot die Möglichkeit Parfuem und Co zu kaufen und als "krönenden Abschluss" konnte man für 2Euro auch noch an einer Lotterie teilnehmen. Glaub die Flugbegleiter wären froh, wenn sie nach Kilometergeld bezahlt würden. Ansonsten funktioniert ein Ryanair-Flug besser als ich gedacht hätte. Niemand hat Platzkarten, deshalb entfallen die leidigen "Sie sitzen auf meinem Platz!" Diskussionen - jeder setzt sich im Flieger einfach dort hin wo es ihm gefällt und Platz ist. Allerdings sollte man sich nicht zu viel Zeit lassen, denn die Flugbegleiter fordern doch schonmal energisch dazu auf, sich jetzt endlich einen Platz zu suchen, damit pünktlich gestartet werden kann (daher kommt wohl die gute Pünktlichkeit). Unser Flug hat es auch geschafft, fast 2 Minuten zu früh zu starten. Wer sich von den rumwuselden Flugbekleitern nicht zu sehr stören liess, konnte dank gutem Wetter eine 1A Aussicht aus dem Flieger geniessen. Aus der Luft konnt man auch gut erkennen, dass Schweden wohl zu 90% aus Seen und Wäldern besteht, unterbrochen von einigen wenigen Häusern, wobei man selten mehr als 10 Stück auf einem Haufen sehen konnte.
Auch der Flughafen Skavsta liegt mitten in der Pampa und schafft es noch kleiner zu sein als Frankfurt Hahn. Eine Halle mitten in der Landschaft und gradiose zwei Gepäckbänder. Das Gepäck kam natürlich an dem Band an, an dem sämtliche Leute nicht standen ;) Dafür hat der Eingangsbereich schonmal schicken IKEA-Style, damit man auch sehen kann, dass man in Schweden angekommen ist. Das Wetter bei der Ankuft war spitze - strahlender Sonnenschein und ca. 20°, wenn die blöde Winterjacke nicht wäre, die ich dabei habe, wäre das ganze richtig angenehm. Bustickets für die Shuttlebusse waren auch sehr einfach zu erstehen - VISA-Karte in den Automaten geschoben, einen Knopf gedrückt und fertig. Allerdings hab ich meine Zweifel, dass ich den Minizettel (der noch eine Rückfahrt zum Flughafen wert ist) nochmal finde, wenn ich auf Heimaturlaub kommen will. Die Busshuttles könnten sich allerdings eine Scheibe von der Ryanair Pünktlichkeit abschneiden, die Abfahrt war um satte 30min verspätet. Der Weg nach Linköping war relativ eintönig: Wald, Feld, Wald, Feld, ein Haus, eine Kuh, wieder Wald... Bei soviel Abwechslungs bin ich auch irgendwann eingeschlafen.
In Linköping stand man erstmal etwas hilflos am Busterminal rum, bis man den etwas 150m entfernten Bahnhof entdeckt hatte, an dem auch die Busse Richtung Universität abfuhren. Mein Bus fuhr natürlich 10sec früher ab als ich an der Haltestelle ankam - also wieder 20 Minuten rumsitzen. In der Zeit konnte man feststellen, dass ein Fahrrad in Linköping wohl echt ein muss ist - der Menge an rumstehenden Rädern in der Stadt hat wirklich jeder eins, ausserdem kostet ein Busticket in Linköping 20 Kronen (das sind ca. 2.20€) und erlaubt es eine Stunde lang in Linköping mit dem Bus rumzufahren. So lang wollte ich allerdings nicht rumfahren, sondern war nach 10 Minuten an der Uni, wo die nächste Sucherrei losging: Das Büro des Exchange Student Coordinators. Dort angekommen gab es dann auch die erste gute Nachricht: Ich hab ein Dach überm Kopf.


