23. 05
Die Lektüre dieses Buches hat sich etwas gezogen, nicht weil es zu dick wäre, nein, es lag eher an der mangelnden Spannung.Worum gehts?
Wer ist die attraktive, doch völlig unzugängliche blonde Frau, die in das Haus in den Weinbergen gezogen ist?
Eine Lokalreporterin im verschlafenen Altenbach stellt sich diese Frage und befindet sich schon mitten in einem Mordfall, der alle zutiefst schockiert und erschreckt. Der Täter scheint keine Seele zu haben und Grauen aus einer fremden Welt bricht in das heimatliche Idyll.
Zur gleichen Zeit ermittelt Hauptkommissar Koerber in Dresden in einer Mordreihe an Mitarbeitern eines ehemaligen DDR-Forschungslabors. Die Spuren führen ihn nach Altenbach. (Klappentext)
Der Klappentext klingt eindeutig vielversprechender als das Buch nachher ist. Was nach einem Mysterie Thriller klingt, entpuppt sich als ziemlich spannungsfrei dahinplätschernde Erzählung, bei der man nach wenigen Seiten schon weiß, wie das ganze Ende wird. Auch erscheint mir, selbst für ein Mysterie-Buch, der Gedanke an Forschungslabore im Dr. Frankenstein Style in der ehemaligen DDR doch etwas zu abgehoben.
Der Erzählstil des Autors ist auch eher ernüchternt. Irgendwie hat man den Eindruck vor einem Jugendbuch zu sitzen. Simpler Erzählspiel, kein Witz, kein Sex, keine Gewalt - total Jugendfrei und eintönig.
Recht ödes, unrealistisches Mysteriebüchlein ohne Spannungsbogen oder sonstige Höhepunkte. Muss nicht wirklich sein...
Als nächstes nehm ich mir wieder einen Kerr vor, kann nur besser werden ;)
Tags für diesen Artikel: mysterie, Thomas Görden
12. 05
Erst gestern ist "Das Wittgenstein-Programm" von Philip Kerr fertig geworden, nach nur drei Tagen Lesedauer ;)
Inhalt: London im Jahre 2013. Isidora Jakowicz, genannt Jake, ist Leiterin des Dezernats für Frauenmord bei Scotland Yard und bearbeitet gerade den Mord an einer jungen Frau, als man ihr einen weitaus brisanteren Fall zuweist. Mehrere Männer sind ermordet worden, die alle mit einem Decknamen in einer geheimen Datenbank -- dem Lombroso-Programm -- registriert sind. Das Fehlen eines bestimmten Nervenzentrums im Gehirn macht diese Männer zu potenziellen Gewalttätern und die Polizei wird im Falle eines Mordes oder einer anderen gewalttätigen Straftat vom Computer informiert, ob eine Person aus der Datenbank mit der Tat in Verbindung stehen könnte. Für Jake ist sofort klar, dass jemand in die Datenbank eingedrungen sein muss und sich die Liste aller Namen und Decknamen kopiert hat. Doch welches Motiv treibt den Mörder an? Erst als sich herausstellt, dass der Mörder selber in der Kartei war und Kontakt zu ihr aufnimmt begreift sie, dass ihn philosophische bzw. ethische Überlegungen zu seinen Taten treiben. (amazon.de)
Ein wirklich spannendes Buch, welches ich beim Lesen nur ungern aus der Hand gelegt habe. Interessant ist die Aufteilung der Kapitel. Der erste Teil des Kapitels beschreibt normal die Geschichte, wie man es von jedem Buch gewöhnt ist. Allerdings gibt es am Ende jeden Kapitels einen Teil, der die Sicht und Gedanken des Mörders zeigt. Durch den Einbau von philosophischen Positionen und Gedankengängen versuchte Kerr wohl dem Roman etwas mehr intellektuelle Tiefe zu geben, allerdings sind die Stellen teilweise etwas langatmig und können auch einfach überblättert werden. Andererseits scheint Kerr auch eine gewisse Freude daran zu haben, Sex und Gewalt möglichst genau zu schildern, was irgendwie im krassen Gegensatz zu der versuchten intellektuellen Tiefe steht.
Trotzdem fand ich den Roman ziemlich fesselnd, wenn man von den kleinen philosophischen Durchhängern absieht.
Für den Roman hat Kerr übrigens 1995 den Deutschen Krimi Preis verliehen bekommen.
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