31. 05
So richtig leicht hat Vincent es nicht: Sein Bruder nervt, seine Eltern gehören einer merkwürdigen Sekte an – und dann erfährt er auch noch von einem übellaunigen Elf, dass die Vernichtung der Menschheit durch hungrige Dämonen unmittelbar bevorsteht. So etwas kann einem wirklich den Tag versauen! Also muss Vincent sich schleunigst darum kümmern, die Welt zu retten. Falls das überhaupt noch möglich ist…
Zu Timothy Carters "Dämonenhunger " kam ich eher unverhofft. Erscheinen wird das Buch im Juli 2009 und ich habe es vom Verlag zum Testlesen vorab erhalten – da sagt man doch auch nicht nein ;)
Vincent, der unfreiwillige "Held" des Buches, hat es wirklich nicht leicht. Er muss erfahren, dass es in unserer Welt mehr Geschöpfe gibt als wir wissen, welche nur nicht von jedem gesehen werden können. Zuerst begegnet er Elfen, die ihm einen Nasenkäfer, einen Obyon, verpassen, und so Vincen ihren Willen aufzwingen. Jedes Wiedersetzen gegen einen Befehl der Elfen resultiert sonst in starken Schmerzen. Neben Elfen trifft Vincent auch noch auf Feen – die ihm eröffnen dass die Erde demnächst untergehen wird und alle Menschen, die sich nicht durch Portale retten, von Dämonen gefressen werden. Alles andere als rosige Aussichten ;)
So liegt es nun an Vincent, zusammen mit Feen und Elfen, diese Portale zu finden um wenigstens einen Teil der Menschheit zu retten. Diese Unterfangen wird nicht gerade dadurch begünstigt, dass sich schon ein paar Dämonen auf der Erde befinden und freudig der Apokalypse entgegen fiebern – welche für sie ja mit einer üppigen Mahlzeit verbunden ist.
"Timothy Carter - Dämonenhunger" vollständig lesen
02. 05
Bologna an einem heißen Sommertag. Im Fahrstuhl eines Apartmenthauses stecken drei Menschen fest: Claudia, eine Studentin, die als Kellnerin jobbt, der junge Tomas, der mit seiner Freundin nach Amsterdam flüchten will, und Aldo, der ein Doppelleben führt: Denn der Familienvater ist ein psychopatischer Mörder. Keiner hört die Rufe der Eingeschlossenen, auch nach Stunden ist noch keine Hilfe in Sicht. Die Luft im Aufzug wird immer stickiger, und die Aggression unter den dreien nimmt zu. Vor allem Aldo kann sich kaum noch beherrschen. Dann geht plötzlich das Licht aus...
Noch einen kleineren Handlungsraum zu finden, als Gianluca Morozzi für sein Buch Panik wählt, dürfte schwierig sein, denn Panik spielt komplett in einem 1,30m x 0,95m x 2,20m großen Fahrstuhl ;) Nun stellt sich allerdings die Frage, ob solch ein beschränkter Raum ausreicht um knapp 190 (wenn auch etwas größer geschriebene) Seiten unterhaltsam zu füllen…
Bevor es in den Fahrstuhl geht, werden die drei Hauptakteure des Buches in eigenen Kapiteln gesondert mit ihrer Vorgeschichte präsentiert. Sonderlich viel erfährt man in diesen Kapiteln aber auch nicht – im Grund nicht viel mehr als schon aus dem Klappentext hervorgeht. Alsos Kapitel wartet noch mit etwas Blut und Ekel auf, denn er kommt direkt von einer "Folterung", Claudia will nach ätzender Arbeit als Kellnerin einfach nur Duschen und Tomas ist in Gedanken schon mit seiner Freundin im Zug nach Amsterdam.
01. 05
London, im Jahr 1901: Edward Moon hat seine besten Zeiten als Bühnenzauberer hinter sich. Seine wahre Vorliebe gilt jedoch dem Lösen von Kriminalfällen. Gemeinsam mit seinem Assistenten, einem zwei Meter großen, schlafwandelnden Giganten, wird er von Scotland Yard berufen eine bizarre Mordserie aufzuklären. Die Ermittlungen führen Moon und den Giganten in die Unterwelt des viktorianischen London: ein Reich der Fliegenmenschen, Hellseher und Geheimbünde….
Das Albtraumreich des Edward Moon ist schon ein außergewöhnliches Buch, man bekommt eine skurriles Gemisch aus Krimi- und Horrorgeschichte vorgesetzt, eine Art Kombination aus Sherlock Holmes und Edgar Allan Poe.
Neben den bizarren Figuren (Albinos, mordende Brüder in Schuluniformen, "Zeitreisende", der unzerstörbare Schlafwandler, bärtige Freudenmädchen usw.) ist auch die Handlung nach einer Zeit alles andere als glaubwürdig und normal. Was wie ein normaler Mord anfängt wird mit der Zeit auch immer bizarrer und zieht weitere Kreise. Teilweise übertreibt es Barnes hier aber. Die Stimmung des viktorianischen Londons kommt gut rüber, aber die übertrieben grotesken Einfälle trüben das ganze etwas – es ist einfach alles einen Tick zu übertrieben (hier sei auch das apokalyptische Ende erwähnt).
Trotzdem durch seinen Sprachwitz und die gute Stimmung für Fans des fantastischen einen Blick wert – aber leider kein Überflieger.


