13. 09
Der Wissenschaftlerin Kathy Kerr ist ein Durchbruch gelungen: Mithilfe einfacher Gentherapie kann man ehemalige Verbrecher in friedliche Mutanten verwandeln. Als sie feststellt, dass ihre Erkenntnisse zu einem schier unglaublichen Vorhaben missbraucht werden sollen, ist es beinahe zu spät. Doch da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite.
Michael Cordys Lucifer fand ich ziemlich gut, und da schon das Cover von Mutation mehr als nur ähnlich aussieht, hatte ich auch gewisse Erwartungen an Mutation, welche leider enttäuscht wurden.
Der zentrale Gedanke von Mutation ist, dass der Hang zu Gewalt schon in den Genen eines Menschen verdrahtet ist, und diese Verdrahtung durch Gentherapie korrigiert werden kann. Korrigierte Gewaltverbrecher tendieren viel weniger dazu, wieder rückfällig zu werden. Diese Vorstellung mag zwar nicht so ganz konform zu der momentanen wissenschaftlichen Meinung bezüglich der Entstehung von Gewalt laufen, aber für einen Roman ist sie sicher akzeptabel.
Cordy übertreibt die Idee aber etwas und baut zwei böse Hauptcharaktere, deren Motivation arg an den Haaren herbeigezogen erscheint. Misshandelt als Kinder und (im Fall von Dr. Prince) ihre Tocher durch einen Serienkiller verloren, haben Dr. Alice Prince und Madeline Naylore (mittlerweile FBI Direktorin) die Männer als das Böse dieser Welt identifiziert und möchten alle Männer mit einem Virus von der Welt tilgen und die Welt so von Gewalt, Mord und Vergewaltigung säubern. Das Virus tötet Männer, welche ihre Pubertät schon hinter sich haben und korrigiert bei jüngeren die Gene, damit sie nicht mehr zu Gewalt neigen.
"Michael Cordy – Mutation" vollständig lesen
05. 09
Eine fast vergessene hoch brisante Geheimdienstakte ist das Bindeglied für eine brutale Mordserie in Europa. Als der Investmentbanker Ben Hartman in Zürich nur knapp einem ähnlichen Anschlag entgeht, folgt er gemeinsam mit der US-Agentin Anna Navarro den Spuren des Falls und sie geraten in den lebensgefährlichen Sog einer weltweiten Verschwörung
Das Sigma Protokoll hat so ziemlich alles aus dem großen Thrillerbaukasten was man benötigt um erfolgreich zu sein: Eine hübsche Agentin, ein hübscher smarter Sunnyboy, Geheimdienste, eine weltweite Verschwörung und sogar die Nazis haben noch ihre Finger im Spiel. Das kann ja eigentlich gar nicht total in die Hose gehen.
Die ganze Hatz ist auch recht unterhaltsam. Was zuerst als getrennte Handlungsstränge um Agentin Anna Navarro und Ben Hartman beginnt, verknüpft sich relativ schnell zu einem durchgehenden Strang. Ben und Anna hetzen zusammen rund um die Welt, um der mysteriösen Sigma Organisation auf die Schliche zu kommen, die scheinbar in sämtlichen Regierung irgendwie ihre Finger im Spiel hat.
Aber was wirklich neues findet man im Sigma Protokoll nicht. Es ist einfach nicht mehr als das typische "zwei strahlende Helden gegen große, böse, weltverschwörerische Organisation". Eine Schnitzeljagt rund um die Welt mit diesem Setting hat man doch schon verdammt oft gelesen und Ludlum fügt dem Genre durch sein Buch nichts neues hinzu.
Das Buch lässt sich zwar gut lesen und ist auch einigermaßen spannend, aber lange im Kopf bleiben dürfte es nach der Lektüre nicht. Ich denke, dass Fans des gemeinen Politthrillers und Dan Brown Leser durchaus gefallen am Sigma Protokoll finden und das Buch auch als gut bewerten würden. Mir hat allerdings irgendetwas neues, was über den großen, allgemeingültigen Thrillerbaukasten geht, gefehlt – weshalb ich es nur als mittelmäßig empfand.


