21. 07

Inhalt: Der Zukunftsroman 1984 beschreibt einen totalitären Staat, in dem die Menschenrechte rigoros eingeschränkt werden. Die Welt beherrschen drei Supermächte: Ozeanien, Eurasien und Ostasien, die permanent Krieg um ein paar nicht fest zugeteilte Gebiete führen. Auf britischem Boden hält die Elite des Staates die Bevölkerung in ständiger Angst. An der Spitze dieses totalitären Staats-Systems steht ein fiktiver Führer, der »Große Bruder«.
[mymore id="1984"]Der Staat besteht aus einer dreischichtigen Gesellschaft, der Inneren und der Äußeren Partei, sowie der Masse der Proles. Für die Aufrechterhaltung der Macht sind vier Ministerien verantwortlich. Ein Kontrollmedium stellen die sog. Televisioren dar, Fernseher mit eingebauter Kamera, die nicht abgeschaltet werden können. Hiermit wird einerseits Parteipropaganda, andererseits eine totale Überwachung ermöglicht.
Die Umgangssprache im gesamten Staat ist Englisch, diese soll aber zunehmend durch eine Neusprache, »Neusprech«, eine Erfindung der regierenden Partei, ersetzt werden. Diese neue »bereinigte« Sprache hat den Zweck, Wörter, die der Partei schaden könnten, wie z. B. Freiheit oder Gleichheit, zu eliminieren und somit die Bürger des Staats leichter lenkbar zu machen.
Winston Smith, die Hauptperson, ist in London damit beschäftigt, im Wahrheitsministerium Zeitungsberichte zu fälschen, um so falsche Prognosen der Partei zu korrigieren oder von der Partei aus politischen Gründen getötete Personen aus der Geschichte zu streichen. Obwohl Smith für die Partei arbeitet, ist er in seinem Inneren ein Gegner des Systems und versucht mit der legendären Brüderschaft, einer Untergrundbewegung in Verbindung zu treten.
Eines Tages verliebt sich Smith in Julia, ebenfalls ein Mitglied der Äußeren Partei. Da laut Parteistatut jedoch Sexualität nur zur Fortpflanzung dient, beginnt ein ständiges Versteckspiel. Durch einen Mittelsmann, O´Brien, meint Smith in Kontakt mit der Brüderschaft treten zu können. Dieser verrät ihn jedoch an die Partei, was zur Verhaftung der Liebenden führt. Smith wird nun mit den grausamen Mitteln und Methoden der Partei in seinem Innersten zerstört und einer erbarmungslosen Gehirnmanipulation sowie Umstrukturierung unterzogen. Er wird ein leeres Gefäß, das mit der Liebe zum »Großen Bruder« aufgefüllt wird. Nach der Umschulung der einstmals Liebenden empfinden sie nun nichts mehr füreinander.
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Ich muss zu meiner Schande ja gestehen, dass ich [amazon asin="3548234100"]1984[/amazon] bis jetzt noch nie gelesen hatte. Gelohnt hat sich die (wenn auch späte) Lektüre nun aber allemal.
Orwell beschreibt eine ziemlich dustere Utopie (oder einfacher: eine Dystopie, nur kennt das Wort fast keiner ;)). Totale Überwachung, der "Grosse Bruder", als rein medial auftretendes Oberhaupt, in einer gottähnlichen Stellung, geschützt von der Partei. (Wer Equilibrium gesehen hat, dürfte eine schöne Vorstellung davon haben, wie eine solche Herrschaft aussieht, denn die politische Situation in Equilibrium scheint 1:1 von Orwell übernommen worden zu sein). Krieg eigentlich nur als Selbstzweck von Regierungen, um das Volk zu kontrollieren. Verbot von freiem Denken, Verbot von Liebe, Kontrolle und Veränderung der Vergangenheit durch die Partei.
Was einerseits wie eine düstere Zukunftsaussicht wirkt, kann angesichts des Veröffentlichesjahres auch als Rückblick auf die Zeit der Weltkriege gesehen werden oder auch als Warnung vor der "Gefahr" durch den Kommunismus. Dieser weite Interpretationshorizont führt wohl auch dazu, dass 1984 beliebte Schullektüre ist ;)

Allerdings kann man die ganze Interpretation auch sein lassen, das Buch selber ist auch als Unterhaltungslektüre gut zu gebrauchen.
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