30. 09

Ich habe mal wieder meinen Berg der ungesehenen DVDs um zwei Filme reduziert. Erwischt hat es diesmal die [amazon asin="B000F5GIPG"]Legend of Gingko DVD-Box[/amazon], welche momentan für wirklich wenig Geld zu haben ist. Die Box enthält zwei Filme: [ofdb film="2644"]The Gingko Bed[/ofdb] und [ofdb film="15162"]Das Schwert des Himmels[/ofdb].
Das erste Hindernis zum Filmgenuß war der Pappschuber, der sich weigerte das Digipack freizugeben. Nach etwas gefummel und öffnen des Schubers an beiden Seiten, konnte der Schuber allerdings doch noch davon überzeugt werden die DVDs rauszurücken.
Da man normalerweise erwartet, dass Filme in einer Filmbox irgendwie etwas miteinander zu tun haben, stand ich nun aber vor dem Problem welchen Film zuerst sehen. Die Sache wird einem durch verwirrende Bezeichnungen nicht so einfach gemacht. Der 1996 erschiedene The Gingko Bed nennt sich "Legend of Gingko 2", der 2000 erschiedene "Nachfolger" (laut Hüllentext) Das Schwert des Himmels nur "The Gingko Bed". Welches ist nun Teil eins und welches Teil zwei? Ich habe mich dazu entschlossen, die Filme chronlogisch zu gucken, also erst The Gingko Bed. Wie sich im nachhinein herausstellte ist die Reihenfolge aber hoch wie breit, ausser dem Titel haben die zwei Filme nämlich absolut gar nichts miteinander zu tun.

Aber wenden wir uns den Filmen zu - im erweiterten Text.

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The Gingko Bed

Story: Der Maler Su-Hyun wird von Visionen geplagt. In diesen sieht er eine mysteriöse Frau und ein altes Bett aus Gingko-Holz. Genau dieses Bett findet er auf einem Straßenmarkt und nimmt es mit nach Hause. Auch die altertümlich gekleidete Frau trifft er plötzlich wieder. Um Klarheit zu erlangen, sucht Su-Hyun einen weisen alten Mann auf. Dieser offenbart ihm, er sei die Reinkarnation eines hochtalentierten Musikers, der vor vielen Jahrhunderten wegen seiner Liebe zu einer Prinzessin von dem tyrannischen Krieger Hwang ermordet wurde, der ebenfalls unsterblich in diese Frau verliebt war. Hwang, der wie die Prinzessin zu ewigem Leben verdammt wurde, ist zurückgekehrt und zieht eine blutige Spur durch das moderne Seoul. (von [amazon asin="B00008VDPD"]amazon.de[/amazon])

Wie die Story vermuten lässt, handelt es sich bei The Gingko Bed um einen Drama/Liebesfilm/Fantasy Mix. Die erste Szene, eine wirklich schlecht gemachte CGI-Animation zweier Gingko-Bäume und eines Adlers lässt schlimmes ahnen - allerdings geht es zum Glück nicht so trashig weiter.
Leute die, wie ich, vor dem Film nicht auf der DVD Box die Zusammenfassung gelesen haben, dürften in der ersten halben Stunde etwas verwirrt vor ihrem Fernseher sitzen. Ein blutiger Mord, seltsame Visionen und Geistererscheinungen (wieder mit suboptimalen CGI) ohne wirklich erkennbaren Zusammenhang sorgen für Stirnrunzeln, können aber leider nicht wirklich Spannung aufbauen.
Interessanter wird das ganze erst, wenn Su-Hyun (und der Zuschauer ohne Hüllentext) die Gründe und Zusammenhänge erklärt bekommt. Hier hat der Film gleichzeitig optisch seine besten Szenen. Die Rückblenden, welche die Geschenisse zur Zeit General Hwangs zeigen, sind mit wirklich guten, atmosphärischen Bildern in Szene gesetzt worden - leiden aber unter der DVD Umsetzung, dazu später mehr. Diese Szenen kommen auch (fast) komplett ohne Dialoge aus, allein Bilder und Musikuntermalung reichen um die Message zu übermitteln. Auch bekommt die schlecht gemachte Anfangs CGI-Sequenz einen Sinn ;) Leider erreicht die Handlung in der Gegenwart nicht diese optische Klasse.
Alles in allem ist The Gingko Bed was für Freunde des ruhigen, asiatischen Kinos. Andere mögen sich an der dünnen Story, mit teilweise zu sprunghafter Handlung, oder an dem sehr geruhsamen Tempo stören. Wobei die ruhige Stimmung durch einige wenige, recht blutige, Effekte unterbrochen wird.

Die DVD Umsetzung ist, wie bereits kurz erwähnt, leider nur mässig ausgefallen. Soundtechnisch gibt es nichts zu bemängeln, die deutsche Tonspur liegt in 5.1 und 2.0 vor, der koreanische O-Ton nur in 2.0 (wobei man das wohl verschmerzen kann). Allerdings lässt der Bildtransfer viel Raum für Kritik, das Bild ist über die komplette Laufzeit hin unscharf und mit zu viel Weichzeichner versehen. Darunter leiden vorallem die optisch starken Momenten in den Rückblenden, schade, hier hätte e-m-s etwas mehr Arbeit investieren müssen.
Das Bonusmaterial trägt wieder etwas zur Verwirrung bezüglich der Versionen bei. Von The Gingko Bed gibt es nur den Trailer, dafür gibt es Making-Of und Behind the Scenes von Schwert der Himmel... das verstehe jetzt wer will.

Zu guter letzt hätte ich noch den Trailer zu The Gingko Bed (in koreanisch) anzubieten:


Das Schwert des Himmels

Story: Vor langer Zeit lebten zwei Völker am Fuße des heiligen Berges – die Hawks und die Volcanos. Eines Tages beschlossen die Hawks die Herrschaft über das ganze Land an sich zu reißen und zettelten einen Krieg an. Dafür strafte sie der heilige Berg und sie mussten heimatlos durch das Land irren. Jahrhunderte warteten sie auf die Chance, wieder zu alter Macht zu gelangen und sich an den Volcanos zu rächen. Gemäß einer alten Weissagung, sollten sie dazu Gelegenheit haben, wenn zur Zeit des schwarzen Mondes ein Kind mit dem Namen Vee geboren wird. Dessen Seele soll das himmlische Schwert, welches aus den Knochen und Blut von tausenden Menschen gefertigt wurde, erwecken. Nun scheint diese Zeit gekommen. (von [ofdb film="15162"]ofdb.de[/ofdb])

Hier nun also der "Nachfolger" zu The Gingko Bed, der gar nichts mehr mit The Gingko Bed zu tun hat. Das Schwert des Himmels ist auch eher ein Vertreter des "typischen" Eastern-Schwert-Fantasy Films, ohne allerdings die Klasse vergleichbarer Produktionen zu erreichen.
Ein großes Problem des Filmes ist die Story, die einfach zu dünn für zwei Stunden Film ist und auch noch erschreckend banal umgesetzt wurde. Aufgeblasen wird das ganze dann durch einige Handlungsstränge, wie die reise der Dorfkrieger zum heiligen Berg. Diese Stränge dienten aber wohl nur dazu die Spielzeit des Filmes zu erhöhen, denn für die Handlung selber sind sie recht überflüssig und obendrauf auch noch langweilig.
Kann den Das Schwert des Himmels wenigstens in Sachen Swordplay überzeugen? Nein, leider auch nicht. Gelegenheit dazu gäbe es einige, doch die filmische Umsetzung der bodenständigen (teils brutalen) Schwertkämpfe, welche auf fliegende Akteure und ähnliche Drahtseil-Aktionen verzichten, enttäuscht auf ganzer Linie. Gefilmt wurden diese nämlich scheinbar nur mit einer wackeligen Handkamera. Verbunden mit den schnellen Schnitten führt das dazu, dass man in den Schwertkämpfen absolut gar nichts erkennt. Das ganze wirkt nur noch hektisch, wer wer ist kann man nur erahnen - äusserst unbefriedigent.
Dafür das Das Schwert des Himmels in Korea ein riesiger Kassenerfolg war, war ich ziemlich enttäuscht vom gebotenen. Dünne Handlung, schlecht gefilmte Kämpfe gepaart mit Langeweile. Dabei waren die Grundlagen eigentlich vorhanden: Recht überzeugende Schauspieler (die aber auch Opfer des Drehbuches wurden), nette Kulissen und nichtmal SO schlechte CGI Effekte. Erst gegen Ende kam im Film etwas Spannung und Action auf, was aber für die öden 90 Minuten vorher auch nicht mehr entschädigen konnte.

Die DVD Umsetzung des Filmes war OK. Deutschen Ton gibt es sowohl in DTS als auch in 5.1 und 2.0 und das Bild ist auch schön scharf. Als Bonus gibt es nur den Trailer, für Making-Of muss man die The Gingko Bed DVD rauskramen.

Als Abschluss auch hier den (koreanischen) Trailer:

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