19. 12

Jahre nachdem der missbrauchte und ungeliebte Billy seine Mutter und deren Liebhaber auf brutale Weise umbrachte, ist der einstige Tatort in ein Studentenwohnheim umgewandelt worden. Über die Weihnachtsferien halten sich dort acht Mädchen der Schwesternschaft sowie die Aufseherin auf. Als die Mädchen durch mysteriöse Anrufe terrorisiert werden und schließlich eine von ihnen verschwindet, wird schnell klar, dass Billy ins Haus zurückgekehrt ist, um sein grausames Spielchen fortzusetzen. (von moviemaze.de)

Passend zur Weihnachtszeit ein Weihnachtsfilm in der Sneak, ok.. eher ein Weihnachtsslasher, aber egal.
Bei [ofdb film="113613"]Black Christmas[/ofdb] handelt es sich um ein Remake des [ofdb film="9086"]gleichnamigen Horrorfilms[/ofdb] aus dem Jahre 1974 (von dem ich bis heute noch nie etwas gehört habe). Rausgekommen ist ein Film, der versucht mit Blut und hübsch aussehenden, greischenden Mädels zu unterhalten. Problem: Für einen Slasher ist der Gore zu eintönig, für einen normalen Film die Story einfach zu bescheuert und unlogisch.

Der Regisseur scheint eine Vorliebe für Augäpfel gehabt zu haben, denn ca. 90% der Kills laufen darauf hinaus, dass dem Opfer der Augapfel rausgerissen, rausgedrückt, rausgestochen oder anderwärtig entfernt wird. Nicht gerade sonderlich kreativ, wenn man das den ganzen Film über serviert bekommt. Da konnte sogar Jason mit seiner Machete mehr Moves vollführen.
Die Opfer Schauspielerinnen sind typisches Teenie-Slasher-Niveau. Wohl nach optischen Gesichtspunkten ausgewählt (und das gar nicht mal schlecht...) beschränkt sich ihre sonstige Funktion darauf rumzuzicken, Rundungen in die Kamera zu halten, sich dumm anzustellen, rumzukreischen und zu sterben. Intellektuelle Höchstleistung werden nicht gefordert.

Was sich letztlich zu einem Totalausfall entwickelt, ist die Story des Filmes (wer sich den Film noch ansehen will, sollte diesen Abschnitt hier jetzt überspringen, wenn er nicht das "tolle" Ende erfahren will). Die Story hat mehr Plotlöcher als selbst ein Horrorfreund verkraftet:

  • Was sollte das Brillenschlangen-Mädel? Sie packt ihr Geschenk in eine mysteriöse, alte Zeitung an und hortet Zeitungsausschnitte über Billy in ihrem Zimmer. Weiter wusste wohl auch der Drehbuchautor nicht mehr... lassen wir sie doch einfach aus der Story verschwinden und nur der Kopf darf als Tannenbaumschmuck wieder auftauschen -> total sinnlose Rolle

  • Das Auftauchen der älteren Schwester ist plot-technisch auch ziemlich für die Füße. Eine besondere Funktion hat sie nicht, wobei sie wenigstens etwas Schlaues von sich geben darf: Nach ca. 30 sec rütteln an der Tür stellt sie fest, dass diese wohl blockiert ist *daumenhoch*

  • Kann mir einer den Sinn hinter der Erklärung, warum der Hausfreund nicht der Mörder sein kann, erklären? Miss große Schwester wirft ja (verständlicher Weise) ein: "Was sagt uns, dass du sie nicht getötet hast?", worauf Blondchen nur meint "Nein, er kann es nicht gewesen sein." Begründung? Sie ruft das Handy ihrer Freundin an, welches man auf dem Dachboden klingeln hört - Situation geklärt!? Ein "Nachts ist es kälter als draußen" als Begründung hätte dieselbe Aussagekraft gehabt...

  • Wer bringt Hauptsicherungen draußen, unterm Haus in einer feuchten, zugigen Holzbaracke unter?

  • Die komplette Motivation von Billys Schwester/Tochter fehlt. Warum sollte gerade sie mit Billy zusammen morden? Immerhin war es Billy, der sie töten wollte und sie so zugerichtet hat. Das nun gerade sie mit Billy zusammen mordet, noch dazu auf genau die Art, wie Billy sie töten wollte, ist mehr als unlogisch.
    Meine Vermutung war ja, dass die Schwester erst nachträglich eingebaut wurde, nachdem jemand dem Regisseur gesagt hat: "Du, die ersten Morde konnte Billy doch gar nicht begangen haben, der war doch noch im Knast!" - "Hm.. mist.. dreh noch ein paar Takes mit seiner Schwester auf dem Dachboden und dann haben wir einen zweiten Killer"

Alles arg an den Haaren herbeigezogen und unlogisch... Vielleicht sollte man den Film nur besoffen betrachten und dann nachher ja nicht über irgendetwas nachdenken.

Fazit: Noch ein Gurken-Horrofilm in der Sneak. Kinostart ist übrigens der 21.12.06, wer es nicht lassen kann...


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