01. 02
Dank zwei gewonnener Freikarten, konnte ich mir gestern die Saw III Vorpremiere im Saarbrücker Cinestar ansehen.Story: Jigsaw liegt mit einem Krebsgeschwür im Kopf im sterben – das hindern ihn allerdings nicht daran, noch ein tödliches Spiel zu planen. Mit Hilfe seiner „Ziehtochter“ Amanda entführt er die Ärztin Dr. Lynn Denlon und den Familienvater Jeff.
Zuerst hat Lynn sich darum zu kümmern, das Jigsaw überlebt. Jeff wird auf Prüfungen geschickt, um zu lernen zu vergeben. Später stellt sich heraus, dass hinter Jigsaws Plan noch etwas mehr steckt.
Da wäre er also, der „letzte“ Teil der Saw Triologie. Lionsgate hat zwar schon Saw 4 für Halloween 2007 angekündigt, allerdings sollen für diesen Teil die original Drehbuchautoren nicht mehr für das Drehbuch zur Verfügung stehen. Wenn das so weitergeht, bekommen wir 2013 Saw X zu sehen ;)
Blicken wir mal etwas zurück:
Teil eins war zu seiner Zeit was wirklich Neues. Low-Budget, dreckige Optik, brutal, raffinierte Einfälle, beklemmend – und erfolgreich. Bei so was dauert es natürlich nicht lange, bis ein zweiter Teil nachgeschoben wird. Saw II war allerdings ganz anders: Das dreckige, beklemmende war weg. Man nahm einen Haufen Leute, stopfte sie in ein Haus voller tödlicher Fallen und fertig. Leider war das Saw-Flaire irgendwie ebenfalls weg, vor allem, weil sich die eingeschlossenen so bescheuert benahmen, dass man sich an dümmliche Teenie-Slasher erinnert fühlte.
Was macht nun Teil 3? Nun, immerhin hat man sich wieder teilweise den Saw 1 Anfängen angenähert.
Problem: Das ganze funktioniert einfach nicht. Die versuchten Erklärungen für das Handeln sind größtenteils ziemlich mau, die Inszenierung öde. Keine der Rückblenden bringt Saw storymässig wirklich viel weiter.
Was machen Horrorfilme wenn die Story mau ist? Genau, sie versuchen das mit Blut und Gewalt wettzumachen, so auch Saw III. Der dritte Teil ist wirklich der härteste Teil der Saw Reihe (und auch verglichen mit dem was in letzter Zeit im Kino lief, ganz vorne dabei). Hier wird draufgehalten wann immer es möglich ist. Sei es das herausziehen von Ketten aus der Haut, sei es das auseinander reißen eines Brustkorbes, eine Schädel-OP, das Verdrehen von Knochen etc pp. Allerdings verkommt die explizite Gewalt größtenteils zum reinen Selbstzweck, man will den Zuschauer schockieren ohne das die Gewalt dem Film viel bringt.
Gut zu sehen an der Schädel-OP: In dieser Länge für den Film total hinfällig, bekommt man den ganzen Weg vom Aufschneiden über Anbohren bis Aufsägen geboten – wenn möglich in Großaufnahme. Dabei läuft bei uns im Kino „nur“ die R-Rated Version, die unratet DVD ist noch mal ca. 5min länger, ich frag mich was man da noch viel mehr zeigen will.
So schafft man es zwar, dass der Zuschauer sich unwohl fühlt in seinem Kinosessel, allerdings auf arg plumpe Weise. Was bei Teil eins noch über Setting und Grundstimmung funktioniert hat, wird hier nur noch durch rohe Gewalt erreicht.
Bleibt die Frage, was man in Teil vier noch viel machen will. Noch mehr Gewalt? Schwierig, eigentlich sollte man meinen, dass nicht mehr viel mehr geht. Zu einem 0815 Slasher umbauen? Ich glaube nicht, dass die Zuschauer solch einen Saw sehen wollen. Zurück zu Teil eins? Geht glaub ich auch nicht, das Neue ist einfach weg. Vielleicht wäre es schlauer, die Serie ruhen zu lassen.
Fazit: Ein Film, welcher wohl größtenteils Gorehounds und Folterfreaks anspricht. Jeder, der kein wirklicher Freund von Gewalt und Blut in Filmen ist, sollte sich Saw III ersparen. Von der Finesse aus Teil eins ist leider nicht mehr viel übrig.
PS: War ich der einzige, der bei manchen Folterarten an Hellraiser erinnert wurde? ;)
Tags für diesen Artikel: horror, torture-porn



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Aufgenommen: Nov 15, 18:50