10. 02
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.
Das Gaunerpärchen Raymond Fernandez und Martha Beck hat sich auf allein stehende, reiche Frauen als Opfer spezialisiert. Raymond versucht über Kleinanzeigen ihr Herz zu erobern, um später an ihr Geld heranzukommen. Martha, die als Raymonds Schwester auftritt, kämpft mit rasender Eifersucht, sie kann es nicht ertragen Raymond in den Armen einer anderen Frau zu sehen- was sie letzten Endes zu zahlreichen Morden treibt.
Die beiden Polizisten Elmer Robinson und Charles Hildebrandt versuchen ihnen das Handwerk zu legen. Vor allem Elmer ist mit Enthusiasmus bei der Sache. Eines der Opfer des Pärchens hat Selbstmord begangen, und Elmer sieht in der Verhaftung der Gauner eine Möglichkeit, mit seinem Gewissen ins Reine zu bekommen, denn auch er hat seine Frau durch Selbstmord verloren.
Was in der Story nach einem Thriller oder Polizeifilm klingt, ist nicht wirklich einer. Das Erzähltempo ist relativ langsam, die Geschehnisse sind vorhersehbar und die ganze Story hat deshalb relativ wenig Spannung. Es erwartet den Zuschauer eher eine Charakterstudie im Film-Noir Stil.
Elmer Robinson, gespielt von John Travolta, ist der typische abgefuckte Cop. Nach dem ungeklärten Selbstmord seiner Frau macht er bei der Mordkommission nur noch Papierkram, das Verhältnis zu seinem eigenen Sohn ist ziemlich zerstört, er hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin, ist aber nicht im Stande dazu zu stehen. Er versucht das Verhältnis von der Öffentlichkeit und seinem Sohn zu verstecken. Nach dem Selbstmord eines Opfers des Gangsterpärchens sieht er das als die Chance, den Tod seiner Frau zu verarbeiten. An diesen Strohhalm klammert er sich mit Verbissenheit.
Jared Leto fällt als Raymond etwas ab. Raymond ist nicht fähig sich von Martha zu lösen. Einerseits weiß er, dass am Ende wieder ein Mord stehen wird, was er eigentlich nicht möchte, andererseits ist er nicht in der Lage, sich Martha zu widersetzen.
Interessant ist, dass Todd Robinson Regie führt, der Enkel des historischen Elmer Robinson.
Fazit: Schwierig ;) Die einen mögen den Film für zäh und langweilig halten. Als Thriller gesehen mag er das auch sein.
Allerdings scheint es Robinson bei seiner Inszenierung eigentlich gar nicht um die Story zu gehen. Die passiert nebenher, er interessiert sich mehr für das Warum, die Beziehungen der Charaktere und die psychischen Probleme seiner Protagonisten. Wer sich auf solch eine Story einlassen will, bekommt das was er erwartet.
Vielleicht hätte der Verleih die sinnlose Titeländerung lassen sollen. Im Original heißt der Film nämlich einfach „Lonely Hearts“, der „Killers“ Anhang kam für die deutsche Version hinzu, und führt zu ganz anderen Erwartungen, denen der Film nicht gerecht werden kann und will.



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