24. 02
Die Therapie hatte ich mir irgendwann mal bei Amazon bestellt. Wie es halt so ist: Man hat gerade einen 5€ Gutschein, weiß nicht wirklich was man damit machen soll, und kauft dann irgendein Buch mit relativ guten Bewertungen.
Story: Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird …
Was auf dem Cover als Psychothriller beschrieben wird ist zwar Psycho (immerhin ist der Hauptprotagonist Psychiater), aber als Thriller würde ich es jetzt nicht wirklich bezeichnen.
Das Buch ist Sebastian Fitzeks Erstlingswerk, was man ziemlich gut merkt. Der Schreibstil ist doch oft holperig und plump, wobei andere ihn als "einfach und flüssig" eher loben, nun ja. Flüssig ist er, dass muss man Fitzek zugestehen. Das Buch lässt sich an einem verregneten Mittag durchlesen. Die kurzen (60 Kapitel bei etwas über 300 Seiten) Kapitel, die durch die relativ große Schriftgröße noch schneller gelesen sind als die Seitenzahl suggeriert, verleiten oft zu dem "och, ein Kapitel noch" Effekt.
Das einzige nicht ganz so vorhersehbare ist der angehängte Epilog - allerdings ist dieser für das Buch eigentlich sinnlos ;)
Fazit: Was Fitzek mit Die Therapie abliefert, ist literarischer Fast-Food. Es liest sich gut in einem Rutsch durch, auch wird man das Buch so gut wie überall lesen können, ohne das man durch externe Einflüsse den Faden verlieren könnte. Allerdings ist die Story so vorhersehbar, dass jegliche Überraschung ausbleibt. Am Ende hat man zwar ein gelesenes Buch vor sich liegen, Befriedigung stellt sich aber nicht ein und bleibende Eindrücke dürften sich, wenn überhaupt, auch nur vereinzelt einfinden.
Aber: Dan Brown Fans werden es bestimmt mögen - ich nicht :P
Tags für diesen Artikel: sebastian fitzek, thriller



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