28. 02

Schon wieder ein Film, wo der Trailer verdammt cool aussah und der komplette Film nachher enttäuschte.

Story: Mafioso Buddy "Aces" Israel hat einen Deal mit dem FBI ausgehandelt: Er liefert seine Mafiakollegen rund um Boss Sparazza aus und wird im Gegenzug ins Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen. Das passt Sparazza natürlich nicht so ganz und er setzt ein hohes Kopfgeld auf Israels Kopf aus. Dieses Kopfgeld führt dazu, dass sich gleich eine Horde von Söldner auf den Weg zu Buddy Israel macht, um das Kopfgeld zu kassieren. Das FBI versucht dies zu verhindert und seinerseits Buddy Israel zuerst in die Finger zu bekommen.

Der Trailer verspricht stylische Gangsteraction in der Art von Snatch, Bube Dame König Gras oder diversen Tarantinos. Was letzten Endes bei herausgekommen ist, ist von allem etwas aber nichts richtig.
Der Beginn ist schon ziemlich zäh. Es werden in epischer Breite unzählige Charaktere eingeführt, die teilweise ziemlich direkt nach der Einführung schon ins Gras beißen - tolle Wurst.

Wenn endlich mal jeder eingeführt (und teils schon wieder gestorben) ist, kommt wenigstens mal etwas mehr Fahrt im Film auf. Meine nächste Hoffnung war dann "OK, der Anfang war öde, aber vielleicht geht das ganze jetzt etwas in Richtung Oceans11". Möglichkeiten wären ja vorhanden, die (immernoch reichlich vorhandenen) Bösewichter könnten sich ja interessante, ausgefallene Pläne zurechtlegen. Passiert leider auch nicht, alles bewegt sich relativ konventionell dem finalen Geballer entgegen. Auch schwarzer Humor war größtenteils nicht zu entdecken.

Das finale Geballer ist dann wenigstens ganz annehmbar inszeniert. Einige nette Kameramoves, viel Action und einiges an CGI-Blut. Allerdings reisst das den Film auch nicht mehr raus, dafür war der Weg dorthin zu beschwerlich.
Der Schluß setzt dem ganzen dann die Krone auf. Total unvorhersehbare Storytwists sind ja scheinbar in, also gibt es auch in Smokin' Aces eine TOLLE Überraschung zum Schluß. Die Auflösung ruft beim Zuschauer zwar eher "WTF soll das jetzt?" Gedanken hervor, aber hauptsache tolle Überraschung. Auch versucht Joe Carnahan (der für Drehbuch und Regie verantwortlich zu machen ist) am Ende noch etwas (unpassende) Tragik in den Film zu bringen und schafft es so, die letzten Minuten als totalen Stilbruch zum vorhergegangenen Film zu inszenieren. Daumen hoch Joe :)

Fazit: Toller Trailer, kein toller Film - das scheint mode zu werden. Carnahan hat wohl soviel auf den Kultfaktor und sein Starensemble genutzt. Er hat wohl vergessen, dass man für beides auch ein überzeugendes Drehbuch und eine stylische Umsetzung des ganzen benötigt.

PS: Der nervige Karate-Junge ist für mich ein heißer Anwärter auf den Titel "nervigste und sinnlosester Filmcharakter des Jahres"!
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