17. 03

Dr. Jeannie Ferrami, eine junge, ehrgeizige Psychologieprofessorin trifft im Verlauf ihrer Forschungen auf zwei junge Männer, die sich in allem aufs Haar zu gleichen scheinen. Der eine, Steve Logan, ist ein Mann, den sie lieben könnte. Der andere sitzt als Mörder im Gefängnis. Da wird Steve eines schrecklichen Verbrechens bezichtigt - und eindeutig als Täter identifiziert. Aber Steve schwört, dass es unschuldig ist. Gibt es noch einen dritten Zwilling?

Mal wieder einen Follett versucht ;) Bis jetzt hat mich noch keines seiner Bücher wirklich vom Hocker gehauen. Mitternachtsfalken war ganz OK, Die Nabel eigentlich ganz gut, aber in meinen Augen nicht „einer der besten Spionageromane der Nachkriegszeit“ wie es oftmals heißt.
Der Hintergrund von Folletts Der dritte Zwilling ist definitiv interessant, Gen-Forschung, Klonen und dazugehörige ethischen Fragen sind eine gute Basis um einen interessanten Thriller zu schreiben, leider vergibt Follett die Chance kläglich.

Der dickste Minuspunkt des Buches: Die Spannung ist nahezu null. Nach wenigen Seiten weiß man worauf das ganze hinauslaufen wird. Die folgenden 500 Seiten plätschern dann recht öde und vorhersehbar vor sich hin um letzten Endes in den, bereits nach wenigen Seiten vermuteten, Schluss zu münden. Unter Thriller stell ich mich definitiv was anderes vor.
Auch sind die Charaktere im Roman allesamt extrem oberflächlich und stereotyp. Dr. Ferrami, jung, sieht supergut aus, früher im Tennisolympiateam, grandiose Forschungsergebnisse, hat nebenher noch ein super tolles Suchprogramm für Datenbanken geschrieben etc. Die typische toughe Thriller Superheldin. Auch die anderen Charaktere sind auf diesem Niveau.
Alles wirkt irgendwie wie aus dem Thrillerbaukasten: Man nehme einige typische gute Charaktere, werfe ein paar böse Charaktere dabei, lasse sie etwas von A nach B hetzen, konstruiere irgendwie eine Story drumherum und fertig ist der Bestseller (wenn man einen Namen wie Ken Follett hat).

Fazit: Interessantes Setting mit einem ödem 0815-Thriller versaut. Flache Charaktere, konstruierte Handlung, fehlende Spannung – muss wirklich nicht sein.
Ich glaube ich muss doch mal Säulen der Erde lesen, oder ich werde wohl nie verstehen warum Ken Follett so erfolgreich ist.
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