30. 05

Der letzte Splatterfilm hier im Blog ist schon eine Zeit her, also gibt’s heute mal wieder einen. Bei „Der Hügel der blutigen Augen“ handelt es sich um Remake des gleichnamigen Films von Wes Craven aus dem Jahre 1977. Da ich das Original allerdings auch nicht kenne vergessen wir das mit dem Remake einfach wieder, und betrachten den Film als etwas Neues. Regie beim Remake führte Alexandre Aja, der schon bei High Tension zeigen durfte, dass er nicht gerade zart besaitet ist, und gerne dem roten Saft in Großaufnahme zuspricht.

Die Story haut mal wieder keinen vom Hocker, aber was will man von einem Horrorfilm schon groß erwarten: Die siebenköpfige Familie Carter befindet sich auf dem Weg zum Urlaub in Kalifornien. An einer Tankstelle wird ihnen von einer Abkürzung in der Wüste erzählt, die sie auch prompt befolgen. Leider falsche Entscheidung, da in diesem Gebiet durch Atomtests mutierte Freaks auf Opfer warten. Das war es eigentlich schon… also vergessen wir lieber auch die Story ;)

Empfangen wird man im Film auch gleich mit Gewalt. Noch vor dem Vorspann dürfen zwei Wissenschaftler mit Geigerzählern Bekanntschaft mit Mutanten und Spitzhacken machen – Aja zeigt also gleich wo es lang geht. Der eigentliche Vorspann ist aber nett gemacht: Zu guter Laune 50er Jahre Hillbilly-Musik gibt es Szenen vom nuklearen Fallout und Mutationen zu sehen. Dieser krasse Gegensatz hat irgendwas.

Allerdings geht das dann erstmal streng nach Schema 0815 weiter. Nun wird erstmal die Familie vorgestellt, wirklich tiefere Charakterstudien darf man allerdings nicht erwartet. Alles bleibt arg oberflächlich und man findet auch nicht wirklich eine Identifikationsfigur, obwohl es ja stolze sieben Familienmitglieder zur Auswahl gibt. In der ersten knappen Stunde passiert dann auch nicht so sonderlich viel. Die Familie fährt in die Wüste, fährt über ein Nagelband, die vorderen Reifen platzen – und keiner findet es merkwürdig. Egal, Hauptsache die Familie ist jetzt endlich in der Wüste festgesetzt, damit die Mutanten in Aktion treten können.
Die einen mögen sich bis zu dieser Stelle gelangweilt haben, weil sie mehr Action erwartet haben. Andererseits schafft es Aja auch ohne viel Action einen Spannungsbogen aufzubauen. Dass die Familie nicht allein ist, wird immer wieder angedeutet – jeder weiß also, dass es früher oder später zu einer gewalt(tätigen) Auflösung der Situation kommen wird.

Die erste Splattereinlage beschert uns ein Tankwart, der sich auf der Toilette das Gesicht wegschießt, was dem Zuschauer detailliert und aus nächster Nähe präsentiert wird. Nach dieser Einlage hat Aja es recht eilig damit, die Familie zu dezimieren. Beim ersten gemütlichen Mutanten – Menschen Kaffeekränzchen, dürfen gleich drei der Familienmitglieder ins Gras beißen. Bei den Mutanten durften die Maskenbildner zeigen was sie können. Alle Figuren sind richtig grotesk entstellt. So richtig an der Gewaltschraube wird dann gegen Ende gedreht, als der eigentlich pazifistische Doug seinen Pazifismus vergisst und sich mit Baseballschläger bewaffnet in die Höhle des Löwen, aka Mutantenstadt, zieht. Hier zeigt Aja wieder seinen Hang zur Darstellenden Gewalt. Hier wird eben nicht abgeblendet bevor ein spitzer Gegenstand Bekanntschaft mit deinem Gesicht macht, hier wird draufgehalten. Eine Freude für Gorehounds, teils fragwürdig für den normalen Filmfreund – aber welcher normale Filmfreund guckt sich auch einen Film mit solch einem Titel an ;)

Allerdings hat der Film nicht viel mehr außer Gewalt zu bieten. Die Story ist, wie bereits zu Anfang erwähnt, ziemlich dünn. Aus einem Fallout Szenario hätte man etwas machen können, hier wird es allerdings nur als Motivation für mutierte Menschen genommen. Die eigentliche Erklärung über die Mutationen erfolgt eh nur recht kurz über einen an der Wand hängenden Zeitungsausschnitt, wer hier zur falschen Zeit auf die Toilette geht bekommt das unter umständen gar nicht mit ;) Auch die Familienmitglieder legen teils das übliche Horrorfilmdarstellerverhalten an den Tag: Man teilt sich auf, stellt sich extra blöd an, verschwendet Munition usw, aber so etwas darf einen heutzutage ja nicht mehr stören.

Fazit? Solider Horrorfilm, dem allerdings der gewisse Funke fehlt. Die Story ist zu dünn, Motivationsfiguren fehlen. Wem es primär um die Gewalt geht, kann die erste Stunde vorspulen oder sich alternativ High Tension ansehen, der ist noch eine Spur kranker.

Noch ein paar Worte zur DVD: Das Bild ist wirklich gut, schön scharf und auch die Hitze der Wüste mit flimmern und Co kommt gut rüber. Auch der Ton weiß zu überzeugen, auch wenn der Film nicht wirklich ein Effektfeuerwerk abfeuert. Der Subwoover darf ab und an einen Herzschlag immitieren und die Umgebungsgeräusche sind wirklich gut auf die Boxen im Raum verteilt wurden, da kann man nicht meckern.
Die Extras der VerleihDVD waren mal wieder nicht der Rede wert. Zwei Audiokommentare und die obligatorische Trailershow (plus zwei Trailer direkt am Anfang der DVD - Gott wie ich das hasse).
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