17. 06

Bis jetzt war mir Walter Moers ja nur durch Comic und Film in Form des „kleinen Arschloch“ und „Adolf“, welche beide nicht so wirklich mein Verständnis von Humor treffen, bekannt Etwas überrascht war ich, als ich erfuhrt, dass er auch „normale“ Bücher schreibt, die sogar ganz gut sein sollen. Probieren geht über studieren – also habe ich mir mal [amazon asin="344245381X"]„Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“[/amazon] zugelegt.

Story: Ein Blaubär entführt die Leser in die Welt Zamonien, wo die Intelligenz eine übertragbare Krankheit ist und die Sandstürme viereckig sind, wo hinter jeder Idylle eine tödliche Gefahr lauert und all jene Wesen hausen, die aus unseren alltäglichen Leben verbannt sind. Er begegnet Zwergpiraten, Klabautergeistern, Tratschwellen, der Berghutze Fredda oder Stollentrollen, durchstreift Zamonien von den Finsterbergen über die Süße Wüste bis Atlantis.

Eigentlich kennt man den Blaubär ja eher aus dem Fernsehen, in Form von Kindergeschichten bei der Sendung mit der Maus, weshalb ich Anfangs etwas skeptisch gegenüber dem Buch war. Im Nachhinein lässt sich aber festhalten, dass der Käptn weniger Kinderbuch als Märchen für Erwachsene ist. Moers erschafft eine komplette Welt, vergleichbar mit der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Auch bei Moers gibt es die seltsamsten und skurrilsten Kreaturen, denen der Blaubär auf seiner Reise durch Zamonien begegnet.

Einen richtigen roten Storyfaden gibt es in dem Buch eher weniger. Man begleitet einfach den Blaubären quer durch Zamonien, und bekommt einzelne Stationen seines Lebens vorgestellt. Davon sind einige nicht so sonderlich berauschend, wie das Leben im großen Wald oder im Dimensionsloch. Anderer hingegen, vor allem das Leben in der Süßen Wüste oder im Großen Kopf, liest man mit einem stetigen Grinsen im Gesicht und wundert sich über Moers krude Einfälle.

Das „Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung“, welches sich immer mal wieder im Kopf des Blaubären meldet, um bestimmte Dinge zu erklären, hat sich Moers aber eindeutig von Douglas Adams „entliehen“. Zu deutlich erinnert es an den „Galaktischen Reiseführer“, hat nur leider nicht immer die Witzigkeit von Adams Reiseführer.

Zusammenfassend lässt sich über den Blaubären sagen, dass er auch für Erwachsene 700 Seiten unterhaltsamer Lektüre beinhaltet. Moers fährt ein Sammelsurium fantastischer Kreaturen auf, die einem immer wieder ein schmunzeln ins Gesicht zaubern. Einige Teile des Buches haben zwar ein paar Durchhänger, dass bleibt bei 700 Seiten aber wohl fast nicht aus. Gute Lektüre zum lockeren Entspannen.

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