10. 11

Klappentext: Eine brutale Mordserie zieht sich durch Amerika. Bei den Opfern handelt es sich um sechsjährige Mädchen, die in betender Stellung aufgefunden wurden. Beim letzten Opfer findet das FBI endlich einen Hinweis: Blut- und Hautspuren des Mörders auf einem Kruzifix. Ein DNS-Vergleich liefert ein seltsames Ergebnis: Bei dem Mörder handelt es sich um den Mann, der im Turiner Grabtuch eingewickelt war. Jenem Tuch, das nach neusten Forschungserkenntnissen als das Grabtuch von Jesus Christus gilt. Ist der Sohn Gottes der gesuchte Serienmörder? Alles scheint darauf hinzuweisen, umso mehr, als das Tuch sich plötzlich zu verändern beginnt.

Also Goweli - Der letzte Engel von Gian Carlo Ronelli ist schon etwas seltsam, was man anhand des Klappentextes wohl schon erkennen kann. Das ganze ist arg mystisch und esoterisch angehaucht, und durch die Unglaubwürdigkeit der Story schon mehr Science Fiction als Thriller. Es ist schon starker Tobak was Ronelli im Laufe der Story alles auffährt: Das blutende Grabtuch, Jesus als Mordverdächtiger, künstliche Mikro-Organismen, Zeitreisen, einen FBI-Agenten, der immer sein Tomahawk dabei hat, um Gegnern den Schädel zu spalten usw. Allerdings ist das alles so abwegig, dass man von Anfang an nichts für bare Münze nimmt, und sich einfach unterhalten lässt. So etwas ist mir viel lieber, als wenn Autoren versuchen Realistisch zu sein, dann aber doch irgendwann ins total übertriebene Abdriften wie Dan Brown (nein... ich reg mich jetzt nicht nochmal über Brown auf *g)
Wenn man sich mit all dem ungewöhnlichem Anfreunden kann, ist das Buch schon eine unterhaltsame Lektüre. Spannung ist durchgehend vorhanden, das Tempo ist hoch - man legt das Buch nur ungern zur Seite. Viel Charaktertiefe gibt es allerdings nicht, dafür ist das Tempo wiederum zu hoch.

Das Buch als Ware an sich ist allerdings nicht so sonderlich überzeugend. Erstmal ist es mit 16.50€ für ein Buch mit knapp 200 Seiten schon etwas teuer geraten. Außerdem hat es ein ziemlich bescheidenes Format. Mit seinen 17x22cm erinnert es mehr an eine Schulfibel als an ein Taschenbuch, liegt nicht gut in der Hand und lässt sich durch die langen Zeilen auch nicht sonderlich gut lesen. Der Verlag sollte das Format vielleicht doch einmal überdenken - nicht umsonst haben Taschenbücher eigentlich fast immer ein anderes Format ;)
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