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[amazon asin="3548604099"]Blondi[/amazon] ist ein "außergewöhnliches" Buch, wenn man sich die Story des Buches betrachtet. Degen lässt eine Jüdin, die durch Reinkarnation schon mehrere Leben auf der Erde verbracht hat, als Hitlers Schäferhündin Blondi reinkarnieren. Blondi ist zwar äußerlich Hund, aber dennoch in der Lage die Menschen um sie herum zu verstehen. Degen schildert in Blondi genau diese Situation: Die Erlebnisse Blondis als Hitlers Schoßhündin.

Bis Blondi auftritt, dauert es allerdings einige Seiten. Degens Roman beginnt damit, dass die Jüdin in einer Gaskammer eines KZ zu Tode kommt. Dann folgt ein langer Exkurs durch die Geschichte, bei dem die komplette Verfolgung der Juden durchgeackert wird, von der ägyptischen und babylonischen Gefangenschaft, über mittelalterliche Judenpogrome bis zum zweiten Weltkrieg - verbunden mit Diskussionen mit Gott.
Erst wenn man diesen, teils philosophisch angehauchten, Teil hinter sich gebracht hat, tritt Blondi als Reinkarnation auf.
Nun bekommt man Hitlers Welt und das Treiben auf der Wolfsschanze mit seinen Generälen und Vertrauten aus der Sicht eines Hundes erzählt. Allerdings ist auch dieser Teil etwas gewöhnungsbedürftig - die Charaktere wirken alle eher wie Karikaturen ihrer selbst, limitiert auf die Klischees. "Onkel Alof", der von Blondi verlangt für ihn zu singen wie Zarah Leander und eine kranke Liebe für Blondi entwickelt. Himmler als "kleingewachsener, kurzsichtiger, zwischen den Beinen mittelmäßig bestückter Kerl", Göring als "gemeingefährlicher Speckberg", Eva Braun als Dummchen vor dem Herrn. Diese Personen, sollen für eine der schwärzesten Episoden der deutschen Geschichte verantwortlich sein? Schwer zu glauben, nach Degens Beschreibung.

Was will uns Degen mit seinem Buch sagen? Ich weiß es nicht....
Nach der Lektüre, stand ich etwas unschlüssig da, und bin mir heute noch nicht sicher, was ich davon halten soll.
Es ist nicht wirklich eine Satire, wie man vielleicht denken könnte. Auch sonst ist es für eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem dritten Reich einfach zu oberflächlich.

Falls es sonst noch jemand gelesen hat, wäre ich über Kommentare froh ;)
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Ich hab es noch nicht gelesen, ich kenne von Degen nur "Nicht alle waren Mörder". Dieses Buch wollte ich eigentlich schon immer mal lesen... Wenn ich es gemacht habe, werde ich dir auf jeden Fall sagen, wie ich es fand. Fraglich bleibt nach deiner Rezi allerdings, ob es sich wirklich lohnt, das Buch zu lesen! ;-)
#1 Strandläuferin (Homepage) am 09.03.2008 16:24

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