05. 08

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hinein gesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

*Blog entstaub* ;)
In meiner Internetlosen Zeit habe ich mich entschlossen, mal noch ein paar der Moers Romane zu lesen. Den Blaubär hab ich ja schon vor einiger Zeit gelesen, jetzt war [amazon asin="3492246885"]Die Stadt der träumenden Bücher[/amazon] an der Reihe.
Hier darf man Hildegunst von Mythenmetz auf seiner abenteuerlichen Reise nach Buchhaim und (unfreiwilligermaßen) in die Katakomben unter Buchhaim begleiten, und Moers packt wieder allerhand phantastische Einfälle, Kreaturen und Wortspiele aus. Buchhaim dürfte ein Eldorado für Bücherliebhaber sein ;) Antiquariate an allen Ecken und Enden, hunderte Verlage und jeder Handwerker verdient sein Geld irgendwie mit Büchern oder den Lesern selbiger. Dort beginnt Hildegunst von Mythenmetz seine Suche nach dem Autor des geheimnisvollen Manuskripts. Allerdings muss ich zugeben, dass das Buch anfangs einige Längen hat, teils passiert leider nicht wirklich viel und ich wunderte mich, warum [amazon asin="3492246885"]Die Stadt der träumenden Bücher[/amazon] immer in höchsten Tönen gelobt wird.
Der zweite Teil des Buches legt dann an Spannung erheblich zu. Besonders ans Herz wachsen dürften wohl (fast) jedem die Schrecklichen Buchlinge, kleine knuffige Viecher, die sich jeweils den Namen eines zamonischen Autors geben und es dann als ihr Lebenswerk ansehen, sämtliche Werke des jeweiligen Autors auswendig zu lernen. Moers hat die Namen der Buchlinge hier als Anagramme von real existierenden Autoren gewählt z.B. "Ohjann Golgo van Fontheweg" für "Johann Wolfgang von Goethe", muss man auch erstmal drauf kommen ;) Keine Ahnung wie lange Moers hier mit den Buchstaben jongliert hat, bis witzig klingende Namen herausgekommen sind.
Auch sehr stark ist die Passage in Schloss Schattenhall - allgemein fand ich, dass das Buch mit der Zeit immer fesselnder und interessanter wurde.

Ich musste teilweise zwar etwas kämpfen, weil das Buch doch ein paar Längen hat, doch alles in allem ist [amazon asin="3492246885"]Die Stadt der träumenden Bücher[/amazon] ein weiteres sehr gutes und phantasievolles Buch aus Zamonien. Jetzt bitte noch etwas mehr von den Buchlingen ;)
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Kommentare

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das buch hat mich voll und ganz in seinen bann gezogen! die stadt der träumenden bücher gehört inzwischen definitiv zu meinen liebsten romanen.
#1 Beispiel-Name (Homepage) am 24.01.2011 09:56

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