06. 08

Seitdem die Buntbären den Großen Wald bevölkert haben, gilt die idyllische Gemeinde namens Bauming als eine der anziehendsten Touristenattraktionen Zamoniens. Aber seltsame Dinge gehen vor im dunklen Forst. Des Nachts hört man das Stöhnen der Druidenbirken und der Sternenstauner, man munkelt von der Waldspinnenhexe, die noch immer im unbewohnten Teil des Waldes ihr Unwesen treiben soll. Eines Tages verschlägt es Ensel und Krete, ein junges Geschwisterpaar von Fhernhachenzwergen, in den wilden, von Verbotsschildern umstandenen Teil der Baumwelt, und was sie dort erleben, übersteigt all ihre Erwartungen...

Und noch ein Moers, dieser ist mit seinen 250 Seiten (von denen nur 223 die eigentliche Geschichte sind) um einiges dünner als die anderen Geschichten aus Zamonien. Wie der Titel schon erahnen lässt, dient die Geschichte von Hänsel und Gretel als loser Aufhänger. Auch hier gibt es ein verirrtes Geschwisterpaar und eine Hexe - das war es aber im Grunde auch schon mit der Deckungsgleichheit zwischen dem bekannten Märchen und [amazon asin="3442450179"]Ensel und Krete[/amazon].
Die Geschichte selber hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Es kommen zwar wieder einige recht witzige und phantasievolle Kreaturen vor (die sprechende Orchidee war gut), aber irgendwie ist die Story recht 0815: Durch den Wald irren, in Gefahr kommen, gerettet werden, weiter irren, in Gefahr kommen....
Unterbrochen wird das ganze ab und an von einer neuen Erfindung von Hildegunst von Mythenmetz: den Mythenmetzschen Abschweifungen. In diesen Abschweifungen zeigt der Autor etwas von seiner Macht: Mitten in der Geschichte schweift er einfach ab. So wird die Geschichte recht oft von Abschweifungen unterbrochen, in denen Mythenmetz seitenlang sein Arbeitszimmer beschreibt, Kritiker angreift, drei Seiten nur Brummli schreibt weil er es kann oder sonst etwas erzählt, was nicht zwingenderweise irgendetwas mit der Geschichte zu tun hat. Die Abschweifungen sind ein zweischneidiges Schwert: teilweise einfach langweilig, teilweise interessanter und witziger als die Story drumherum.

Nach der eigentlichen Geschichte gibt es noch eine halbe Biographie von Hildegunst von Mythenmetz (wahrscheinlich wäre das Buch ohne diese Biographie doch zu dünn geworden). In dieser Biographie wird das extrovertierte Leben von Mythenmetz beschreiben und auch hier gilt: teils ziemlich langweilig (Biographie eben...) teils mit einigen witzigen Einfällen.

[amazon asin="3442450179"]Ensel und Krete[/amazon] ist wohl kein schlechtes Buch, aber primär wohl nur großen Moers Fans wirklich zu empfehlen. Ein Einsteiger der zuerst Ensel und Krete liest, wird wohl eher weniger Lust auf weitere Bücher von Moers verspüren. Im Vergleich zu den anderen Moers Bücher mit Abstand das schlechteste.

[leseprobe]9783570304310[/leseprobe]
Tags für diesen Artikel: ,
Derzeitige Beurteilung: 1.75 von 5, 8 Stimme(n) 4390 Klicks

Trackbacks


Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben


Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA