18. 09

Es war genau geplant, es war nichts weniger als perfekt. Wäre da nicht dieser knallrote, schreiend ordinäre, alle Aufmerksamkeit auf sich ziehende Alfa Romeo mit seinen breiten Sportreifen, dem lächerlichen Heckflügel, die Karosserie bekleistert mit Werbestickern für deutsche Stoßdämpfer, Schweizer Sessellifte, einen Playboy-Signet und dem obligaten Sylt-Aufkleber. Eine optische Salmonellenvergitung mit Spurverbreiterung. Ekelerregend. Es passt nicht, dachte Rainer, ein solches Auto passt einfach nicht zu einem dezenten Selbstmord.

Das Leben tobt! Von Rolf Silber habe ich bei einem Gewinnspiel gewonnen, sonst wäre ich da wohl nie drauf gestoßen. Aber ich muss sagen: der Gewinn hat sich gelohnt, das Buch ist nämlich wirklich unterhaltsam.
Etwas Sarkasmus sollte man für das Buch schon mitbringen ;) Ein Buch damit beginnen zu lassen, dass die Hauptperson am versuchten Selbstmord scheitert, weil er sich von einem anderen Auto auf dem Parkplatz gestört fühlt ist schon etwas außergewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Beim gescheiterten Selbstmordversucht lernt Rainer Vera kennen und zusammen geraten die zwei in so einige Probleme.

Vera und Rainer sind zwei total verschiedene Personen. Vera als aktiver Wirbelwind, Rainer als schweigsamer Bestatter. Rolf Silber schafft es die Personen recht präzise und sympathisch zu schildern — das ungleiche Paar wächst einem recht schnell ans Herz. Hinzu kommt, dass der Roman wirklich flüssig und witzig geschrieben ist. Die Geschehnisse sind zwar etwas überzeichnet, aber da der Roman alles andere als biederernst ist, stört das nicht im Geringsten. Da das Buch nur knapp 220 Seiten hat ist der Lesespaß zwar relativ kurz — aber in dieser Zeit sehr unterhaltsam.
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