18. 10

Als Jamie eines Nachts einen Clown überfährt, der urplötzlich vor seiner Motorhaube auftaucht, ist ab sofort nichts mehr, wie es war. Jamie erhält unheimliche Drohungen, und eine Horde mordgieriger Geschöpfe in Clownskostümen macht Jagd auf ihn. Die Clowns entführen Jamie in den Pilo-Zirkus, eine bizarre, jenseitige Welt, beherrscht von unheimlichen Akrobaten, Zwergen, Freaks und Wahrsagern. Ein geheimnisvolles Pulver erfüllt jeden Wunsch, und auch Jamie verfällt ihm. Doch wer es einnimmt, wird zum eiskalten Killer. Wenn Jamie dieser Hölle entkommen will, muss er nicht nur den Zirkus zerstören, sondern auch seinen größten Feind besiegen - die eigene dunkle Seite.

Um Hölle von Will Elliott bin ich recht lang herumgeschlichen. Der Plot klang ziemlich krank und surreal – sehr gut. Allerdings kostet das broschierte Buch stolze 17€ - das ist definitiv zu viel, das sind fast Hardcover-Regionen. Aber irgendwann hab ich’s mir dann doch zugelegt ;)

Das Clowns nicht nur die netten Spaßmacher sind, wissen wir spätestens seit Batmans Joker oder Stephen Kings „Es” und die Clowns in „Hölle” sind auch alles andere als nette Zeitgenossen.
Beginnen tut das Buch recht interessant. Nachdem Jamie beinahe einen der Clowns über den Haufen fährt und einen kleinen Beutel der Clowns findet, wird er regelmäßig von den Clowns terrorisiert und seine Wohnung wird auseinander genommen. Dieser Teil mit immer neuen Drohungen der Clowns ist ziemlich interessant und spannend geschrieben.
Nach einer Zeit kommt Jamie dann in den Pilo Circus – eine mysteriöse Zwischenwelt in Form eines Zirkus (wer hätte das jetzt gedacht) und wird Teil der dortigen Clowntruppe.

Diese Welt ist von einer heilen Gute-Laune-Zirkuswelt meilenweit entfernt. Geleitet von zwei Brüdern, die sich gegenseitig nach dem Leben trachten, gibt es Hass und Missgunst zwischen den Künstlergruppen: Clowns gegen Artisten, Wahrsagerin gegen Zauberer. Alles ist morbide und skurril. Jamie wird durch Auftragen der Clownschminke zu einem Teil dieser Welt: Er wandelt sich in den gemeinen Clown JJ.
Auch wenn die Zirkuswelt voller seltsamer Kreaturen ist (das Clownbrüderpaar Doopy und Goshy, der sich mit einer Pflanze vermählt oder einem Glasfressenden Yeti) und eine gewisse düstere Grundstimmung vorliegt, fehlt dem Mittelteil vor allem eines: Spannung damit man wirklich weiter liest.
Alles dümpelt so vor sich hin und die einzige Motivation ist eigentlich, dass man endlich etwas mehr über diese seltsame Welt und die später in Erscheinung tretende Freiheits-Bewegung erfahren möchte.
Leider tappt man allerdings bis zum Ende recht im Dunkel, viele Wieso, Warum, Weshalb, Woher Fragen bleiben einfach unbeantwortet und auch das Ende ist nicht so richtig befriedigend und lässt Platz für eine Fortsetzung.

Der Eindruck am Ende ist also höchst zwiegespalten: Eine interessante Idee mit gutem Anfang führt zu einem durchhängenden Mittelteil und einem unbefriedigenden Ende. Da hätte man sicher mehr draus machen können – aber für ein Romandebüt ist es ganz ordentlich.

Wer mal reinlesen möchte: Auf der Buchseite bei Bücher.de gibts eine Leseprobe (und einen Buch-Trailer)
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