20. 10

Beim Einzug in eine neue Wohnsiedlung begehen Maureen und Barry einen folgenschweren Fehler: Sie verpfänden ihre Seele im Kaufvertrag an die teuflischen Verwalter der Anlage. Von nun an bestimmt nur ein Gefühl ihren Alltag: Furcht.

Der zitierte Umschlagtext von Bentley Littles Furcht ist mal wieder etwas übertrieben, formulieren wir das ganze mal etwas mehr dem Buch entsprechend:
Maureen und Barry mieten sich ein hübsches Haus in einer geschlossenen Wohnanlage. Der einzige Nachteil scheint zu sein, dass man sich an die Anweisungen des Eigentümervereins halten muss. Was zuerst nach keinem größeren Problem klingt, entpuppt sich nach einer Zeit als solches, da der Verein jede noch so kleine Kleinigkeit regelt. Ob im eigenen Haus gearbeitet werden darf, wie laut Musik gehört werden darf, wie der Garten zu gestalten ist usw. Mit der Zeit werden die Auflagen immer abstruser und greifen auch immer weiter ins Privatleben von Maureen und Barry ein - doch so wirklich trauen sie sich nicht, sich gegen den Verein zu wehren, aus Angst ihr Haus zu verlieren. Nach einer Zeit müssen sie nämlich erfahren, dass der Verein auch vor rabiateren Methoden nicht zurückschreckt, wenn es darum geht die Regeln durchzusetzen.

Anfangs erscheint die Idee von Furcht recht gut: Eine geschlossene Wohngegend, ein allmächtiger Verein mit teils abstrusen Regeln - aber keiner traut sich wirklich aufzumucken. Die anderen leben mit den Regeln, also machen wir das auch - typisches Mitläufertum. Bei Essen und Alkohol schimpfen zwar einige auf den Verein, aber wirklich etwas machen tun nur wenige.

Mit der Zeit tischt Littles Roman allerdings zu viel auf. Die Regeln werden arg abstrus, dass Verhalten von Maureen und Barry fehlt irgendwann sämtliche Logik. Jeder normale Mensch hätte irgendwann die Siedlung verlassen. All dies könnte man noch verschmerzen, wenn Littles Roman nicht auf den letzten Seiten in ein total abstruses, billiges, überzogenes, trashiges Fantasy-Ende reinläuft - das passt gar nicht zum Rest Buch und stört ungemein.

Sehr schade - gute Idee, gut angefangen, nachgelassen und zum Ende hin grandios abgestürzt.
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Kommentare

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Hm. Um das Buch bin ich schon ein paar Mal drumrumgeschlichen, aber es hat nie einen Platz auf meinem Wunschzettel gefunden. Vielleicht lese ich es ausnahmsweise mal nicht, und dann denkst du nicht mehr, dass ich masochistisch bin! ;)
#1 Mareike (Homepage) am 26.11.2008 20:35 (Antwort)
Ich kann mich Tharos Meinung nur anschließen, habe das Buch widerwillig zu Ende gelesen ( die letzten 100 Seiten im Schnelldurchlauf) . Fazit :
Entsetzlich unglaubwürdige Protagonisten, unglaubwürdige Handlung, haarsträubende Logikfehler. Ich denke mit den erwähnten Jobs des Autors, die er vor seiner "Karriere" verrichtet hat (Kassierer, Zeitungsausträger, Bibliothekar) war er näher an seiner Bestimmung. Die Vorschußlorbeeren : "Little wird als Meisterschüler Stephen Kings gehandelt und steht ihm in Nichts nach", taten mir anfangs weh. Allerdings lese ich King´s LOVE auch seit geraumer Zeit und halte diesen inzwischen für den langatmigsten und einen der schlechtesten Romane von King.
Kann von FURCHT nur abraten, meine Ausgabe landet gleich in der Papiertonne. (Das ist übrigens das erste Buch, daß dort von mir entsorgt wird.)
#2 Empty Age am 30.12.2008 09:13 (Antwort)

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