18. 11

Lieutenant John Driscoll und Sergeant Margaret Aligante sind erfahrene Polizisten, aber so etwas haben sie noch nicht gesehen. Der Körper von Deirdre McCabe wurde komplett entbeint, nur eine schlaffe Hülle hat der Mörder zurückgelassen. Als die ebenfalls knochenlosen Leichen von Monique Beauford und Amelia Stockard gefunden werden, ist klar, dass Driscoll und Margaret es mit einem perversen Serienmörder zu tun haben. Mit einem Killer, der mit kühler Präzision vorgeht und nicht nur über chirurgische Fähigkeiten, sondern eine messerscharfe Intelligenz verfügt.

Der Knochendieb ist O'Callaghans erster Roman und eines ist nach Lektüre des Buches deutlich: Da ist noch einiges an Raum für Verbesserungen ;)
Der Klappentext klingt zwar schon etwas übertrieben (Leichen komplett zu entbeinen stell ich mir schon nicht so ganz elementar vor...), verspricht aber doch ein gewisses Maß an Spannung - welche leider nur teilweise eintritt.

Die Ermittlungen plätschern größtenteils nur vor sich hin, auch die Tatsache, dass der Leser von Anfang an den Täter kennt ist der Spannung nicht gerade zuträglich.
Wenn schon die Ermittlungen zu kurz kommen, benötigt man natürlich eine alternativ Handlung um das Buch zu füllen. O'Callaghan entscheidet sich für eine recht banale Liebesbeziehung zwischen John Driscoll und seiner Kollegin Margaret Aligante. Bei Driscoll hat der Autor mit der Traumatisierung vielleicht etwas übertrieben: Seine Mutter hat sich vor einen Zug geworfen, seine Tochter und Frau einen schweren Autounfall gehabt, bei dem seine Tochter stirbt und seine Frau seit dem im Koma liegt und von ihm gepflegt wird. Etwas weniger Trauma wäre vielleicht manchmal mehr ;)

Auch die Motivation des Killers wird nicht so recht klar. Es gab zwar (mal wieder...) eine schwere Kindheit, aber das ist nicht wirklich eine befriedigende Erklärung.
Die "Krönung" setzt dem Roman allerdings der Charakter der 14 jährigen Moira - eine gottgleiche Hackerin vor dem Herrn, die es alleine schafft dem Täter auf die Schliche zu kommen.. ahja... was blöderes ist dem Autor wohl nicht eingefallen....

Allen Kritiken zum Trotz, ein gutes hat das Buch: da es größtenteils flach und banal ist, lässt es sich verdammt gut durchlesen. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass man sich nach zwei Wochen noch an irgendwelche Details erinnert.

Wenn sonst nix mehr zu lesen da bist einen Blick wert, sonst kann man den Knochendieb getrost links liegen lassen.

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