25. 01

David Hunter war einst Englands berühmtester Rechtsmediziner. Nach dem Unfalltod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter hat er London den Rücken gekehrt und sich in Manham, einem kleinen Dorf in der Grafschaft Devon, als einfacher Allgemeinmediziner niedergelassen. Weder sein Arbeitgeber, der alte Dr. Maitland, noch die Dorfbewohner wissen etwas von seiner Vergangenheit. Drei Jahre sind seitdem vergangen, als von zwei Jungen die Leiche der ortsansässigen Schriftstellerin Sally Palmer entdeckt wird. Die Ermordete wurde mit zwei angesteckten Schwanenflügeln aufgefunden. Auf Drängen des örtlichen Chief Inspector Mackenzie obduziert Hunter den Leichnam. Währenddessen verschwindet eine zweite Bewohnerin des Dorfes. Die Verdächtigungen der Einheimischen richten sich zuallererst gegen David Hunter, den in ihren Augen immer noch Fremden ...

Zur Abwechslung habe ich mal etwas ganz „normales“ lesen, Die Chemie des Todes – den Auftaktroman der David Hunter Thriller Reihe von Simon Beckett.
Was Simon Beckett hier als Thriller präsentiert ist weit weniger gewalttätig und blutrünstig als das, was sonst so auf meinem Bücherstapel schlummert. Er nimmt sich in seinem Buch mehr Zeit dafür, die Personen einzuführen und ihnen einen Charakter zu verleihen. Das gelingt auch ziemlich gut, die Protagonisten des Romans sind fast durchweg glaubwürdig und sympathisch. Eine Ausnahme macht vielleicht der Dorfpfarrer, der in seiner aufwiegelnden Hexenjägerart arg übertrieben rüberkommt – und irgendwann auch unauffällig aus der Handlung herausfällt.

Der Titel des Buchs begründet sich darin, dass David Hunter sich als Forensiker intensiv mit den gefundenen Leichen befasst um ihren Todeszeitpunkt festzustellen. Der Zeitpunkt wird anhand des Verwesungszustandes der Leiche bestimmt – und eben jenen und die Chemie dahinter wird von Beckett ziemlich genau und detailliert beschrieben. Das ganze allerdings nicht groß effekthascherisch, sondern nüchtern, sachlich und fundiert.

Auch das Dorfleben wird von Becket recht gut beschrieben. Da nach einer Zeit klar ist, dass der Mörder einer „von ihnen“ ist, herrscht in Dorf großes Misstrauen und die Gerüchteküche und der Dorfklatsch haben Hochkonjunktur – wie das Leben halt so ist ;)
Nur gegen Ende übertreibt es Beckett vielleicht etwas. Dort kommen dann zu viele Zufälle, Funklöcher und zweifelhafte Motive ins Spiel, hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Allerdings stört das nur geringfügig, denn bis zum Ende hin legt man das Buch nur ungern aus der Hand, weil die Geschichte wirklich fesselnd erzählt ist. Der nächste Roman, Kalte Asche, liegt auch schon hier und wird wohl demnächst zur Hand genommen.
Krimi und Thrillerfans können ohne Frage zugreifen – diesmal sogar diejenigen, die etwas gegen übertriebene Gewalt und Blut haben ;)
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Kommentare

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Der Bestsellerautor Simon Beckett kommt nach Deutschland, um seinen neuesten Thriller Leichenblässe zu präsentieren.

18. März 2009 um 20:00 Uhr: Köln - im Rahmen der lit.COLOGNE, Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Severingstr. 241
19. März 2009 um 20:15 Uhr: Düsseldorf - Mayersche Buchhandlung auf der Königsallee 18
20. März 2009 um 18:00 Uhr: München - im Rahmen des Krimifestivals, Institut für Rechtsmedizin, Neuer Sektionssaal der Rechtsmedizin, Nußbaumstr. 26
#1 Michael Petrikowski (Homepage) am 07.03.2009 22:25 (Antwort)

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