22. 02
Opium – Tagebuch einer Verrückten ist ein sehr langsames und ruhiges Drama - sicher nichts für jeden. Dr. Brenner ist Arzt in einer Irrenanstalt, benötigt aber wegen seiner Sex- und Morphiumsucht eigentlich eher selber psychische Beratung und leidet zudem noch an einer Schreibblockade. Er trifft in der Anstalt auf Gizella, die glaubt, dass der Teufel in sie gefahren sei und Sie innerlich verzehrt - und obendrein darunter leidet, zwanghaft Tagebücher zu schreiben. Diese beiden, jede auf Ihre Art kaputte, Seelen treffen als Arzt und Patient Paar aufeinander, kommen sich aber langsam über diese Form hinaus näher. Ein wirklicher roter Faden fehlt dem Film - er erzählt einfach nur einen kurzen Abschnitt aus dem Anstaltsleben mit vielen Monologen und keiner "Action" im eigentlichen Sinne.
Wirklich beeindruckt war ich von der schauspielerischen Leistung von Kirsti Stubø in der Rolle von Gizella. An zweifelt nicht einen Augenblick daran, dass man es mit einer besessene Verrückten zu tun hat. Auch die wenigen Szenen in denen sie offensichtlich kurz bei klarem Verstand ist und dann wieder in ihre Wahnwelt abdriftet - faszinierend wie sich ihr Gesichtsausdruck zwischen Wirklichkeit und Wahn verstellt.
Kein Film den man zur Aufheiterung mit einer Tüte Chips guckt, sondern eher etwas ruhiges, betrückendes.
Tags für diesen Artikel: drama



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