01. 04

metro2033 Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des Metro-Netzen zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.
Dies sind die Abenteuer des jungen Artjom, der von seiner Heimatstation aufbricht, um die Metro vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. Denn die letzten Menschen sind nicht allein dort unten....

Ganz schöner Wälzer – Glukhovsky präsentiert uns in [amazon asin="3453532988"]Metro 2033[/amazon] auf stolzen 764 Seiten die Abenteuer Artjoms in Moskaus Untergrund.

Da die Welt nach einem Krieg verstrahlt und verseucht ist, haben die Menschen sich einen ausgefallenen Platz zum Überleben ausgesucht: Die Stationen der Moskauer U-Bahn. Das unterirdische Geflecht wird in Metro 2033 als eine Art Mikrokosmos präsentiert. Es gibt verbündete und verfeindete Stationen, verschiedene Bündnisse, radikale Stationen (sowohl rechte als auch linke) und von religiösen Eiferern beherrschte Stationen – eine Welt in klein. Damit man sich zwischen all den (nicht gerade einfach zu merkenden weil russischen) Stationsnamen nicht total verliert, befindet sich auf der Innenseite des Covers ein aufklappbarer Stationsplan mit Bündnissen und Co, so das man die Reise Artjoms wenigstens halbwegs nachverfolgen kann (auch wenn einige Stationen auf dem Plan andere Namen haben als sie im Buch die meiste Zeit genannt werden).

Neben den Gefahren die von den eigentlichen Metrobewohnern drohen, gibt es natürlich noch eine viel schlimmere Gefahr: Die Bedrohung durch Wesen die von der verstrahlten Oberfläche in die Metro einfallen.

Glukhovsky schafft es in seinem Roman wirklich eine glaubhafte Welt im Moskauer Untergrund zu beschreiben. Aber im großen und ganzen wäre etwas weniger für den Roman mehr gewesen.

Artjom passiert unglaublich viele Stationen und trifft an fast jeder Station neue “wichtige” Charaktere – so meint man zumindest zuerst. Allerdings fallen diese Charaktere zu 80% einfach wieder aus der Story, so dass das ganze teils doch sehr episodenhaft wirkt und sich nicht wirklich gut zu einem Rahmen zusammenfügt. Auch wird Artjom das ein oder andere mal “zufällig” aus ausweglosen Situationen gerettet, dass man doch “da hätte man sich auch etwas schlaueres und glaubhafteres einfallen lassen können” denkt.Trotz den kleinen Schwächen fesselt der Roman den Leser trotzdem – vor allem durch die glaubhafte Beschreibung der unterirdischen Lebensweisen.

Ein weiteres kleines Ärgernis ist der Schluss – der ist in seiner Art so nicht zu erwarten, was ja nie schlecht ist, fällt aber ziemlich plötzlich vom Himmel und hinterlässt auch einige Fragen. Dafür das vorher alles in epischer Breite erklärt und beschrieben wurde, ist das eindeutig zu kurz und schnell geraten – vorher weniger Seiten, am Ende ein paar mehr, und ich wäre vollends zufrieden gewesen ;)

Trotzdem: Beachtlicher Erstling der in seinen Bann zieht – für freunde des düsteren Endzeitromans eine Empfehlung wert.

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Derzeitige Beurteilung: 2.57 von 5, 7 Stimme(n) 4922 Klicks

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Kommentare

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Ohoh, das hört sich sehr spannend an. Mein Freund und ich spielen gerade Fallout 3. Das hört sich ähnlich an...
Ich glaube das Buch werd ich mir wohl als nächstes zulegen :)
#1 Sally (Homepage) am 05.04.2009 10:47
Ja, eine gewisse Ähnlichkeit zu Fallout ist nicht abzustreiten. Nur halt mehr unter als über der Erde
#2 Tharos (Homepage) am 05.04.2009 12:19
So. Ich hab mir das Buch nun besorgt und werd gleich mit anfangen. Bin schon sehr gespannt :)
#3 Sally (Homepage) am 13.04.2009 23:49

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