04. 04

pathfinder500 Jahre vor Columbus erreichen die Wikinger die amerikanische Küste. Doch sie kommen nicht in Frieden, sondern fallen mit barbarischen Raubzügen in das Land der indianischen Urbevölkerung ein. Es beginnt ein blutiger Kampf um Ehre und Eroberung, der viele Opfer fordert. Als ein zehnjähriger Wikingerjunge von seinem Clan zurückgelassen wird, nehmen ihn die Indianer bei sich auf. Sie geben ihm den Namen "Ghost" und ziehen ihn groß. Dann kommt der Tag, an dem die Wikinger zurück kehren und erneut die Indianerstämme bedrohen. Ghost, inzwischen ein erwachsener Krieger, muss sich entscheiden: Kehrt er zu seinem Clan zurück, oder bleibt er den Indianern treu und führt einen persönlichen Kampf gegen sein eigen Fleisch und Blut, um die brutalen und zerstörerischen Raubzüge zu stoppen - so wie es der "Pathfinder", ein mächtiger Schamane, geweissagt hat ...

In der Geschichte des Films durfte sich schon so ziemlich jeder mit jedem Prügeln: Aliens mit Predatoren, Zombies mit Wrestlern oder Freddy mit Jason. Warum also nicht mal Wikinger gegen Indianer in einem No-Brainer aufeinander hetzten? Genau dieser etwas seltsamen Kombination bedient sich [amazon asin="B000X3KKIG"]Pathfinder[/amazon].

So gibt es auf der einen Seite nun hünenhafte Wikinger mit Helm, Schwert und Schild die alles abmetzeln was bei drei nicht auf den Bäumen ist und ihnen gegenüber ein paar untalentierte Indianer mit Speeren, die der gepanzerten Armee nicht wirklich was entgegenzusetzen haben. So bleibt es dann an Ghost hängen die Reihen der wackeren Nordmänner zu dezimieren. Erinnert alles stark an Mel Gipsons Apocalypto, nur dass es hier keine Mayas gibt.

Der Film hält sich nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf. Charaktertiefe? Braucht man nicht, die Wikinger bleiben hinter ihren Helmen oft sogar fast gesichtslos (Ralf Möller hätte ich auch fast nicht erkannt). Spannung? Kommt auch nicht wirklich auf. Dialoge? Sind entweder recht sinnfrei oder fehlen gänzlich – Kommunikation findet nur statt um die Handlung zum nächsten Kampf zu bringen.

Leider sind aber auch die Actionszenen nicht wirklich gut gelungen. Es läuft zwar genug CGI Blut in die verschneiten Wälder und auch diverse Körperteile bleiben nicht immer an ihrem vorgesehenen Platz, aber die Kameraführung und der Schnitt sind mal wieder so hektisch, abgehackt und verwackelt, dass das ganze nur wenig Spaß macht.

Eine besondere Erwähnung verdient noch die Schlusssequenz an einer Felswand. Hier soll es zu einer richtig schönen, großen Lawine kommen, aber für den CGI war wohl kein Geld mehr da. Irgendein schlauer Praktikant hatte wohl den Einfall, einfach ein paar Lawinenbilder aus einer Dokumentation in den Film zu schneiden – was auch gemacht wurde ;) So sieht man beim Finale einige netten Lawinenaufnahmen, bei denen aber der letzte Laie bemerkt, dass dieses Material von irgendwoher geklaut ist, da es nicht in die Filmumgebung passt. Irgendwie peinlich für einen “großen” Film – aber ein grottiger CGI-Effekt hätte wohl mindestens für genauso viel Erheiterung beim Zuschauer geführt.

Wenn unbedingt sehen will, wie Indianer und Wikinger sich ohne großen Sinn einen auf die Umme geben kann sich Pathfinder mal ansehen – alle andere können sich die Zeit sparen.

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