19. 07

Willkommen in Willard! Hier scheint immer die Sonne, die Autos blitzen, die Blumen leuchten, die Bewohner hintern den weißen Gartenzäunen sind so reizend wie irgendwo sonst … und ihre zahmen Zombies auch.
Die Idylle verdankt man ZomCon. Der alles beherrschende Konzern sorgt mit einem elektronischen Halsband dafür, dass den verrottenden Haussklaven der berüchtigte Appetit vergeht und sie brav, wenn auch etwas steif, die ihnen aufgetragenen Arbeiten verrichten.
Die Welt ist in Ordnung in Willard! Hätte da nicht Fido, der neue Zombie der Robinsons, in einem Moment der Schwäche ein Stück aus der alten Mrs. Henderson herausgebissen…

Fido - Gute Tote sind schwer zu finden gab es für günstige 5€ im Karstadt, und da die Story recht witzig klang, hab ich mir die DVD einfach mal "gegönnt" :) Der Fünfer war auch definitiv gut investiert.

In den meisten Zombie-Filmen dienen die armen Zombies eigentlich nur als Opfer – in Fido haben sie endlich mal einen praktischen Sinn. Dank eines Halsbandes kann ihr Hunger auf Menschenfleisch unterdrück werden und so halten sich die Bürger Zombies als Haussklaven. Die Zombies schlurfen und tapsen zwar etwas unbeholfen durch die Gegend, erfüllen aber die ihnen aufgetragenen Arbeiten ohne klagen und motzen – es sei denn ihr Halsband hat einen technischen Defekt, dass kann schon mal mit dem Verlust von Körperteilen enden.

Die Welt in Willard sieht nach außen perfekt aus. Ein friedliches Vorstadtidyll im Stile der 50er Jahre. Geschniegelte Menschen, saubere Gärten, schmucke Häuser. Was aussieht wie ein Idyll ist aber eher eine Dystopie. Nach den Zombiekriegen sind die Städte mit einem Zaun gegen die "Wilde Zone" geschützt, wo Zombies umherstreifen, Kinder lernen in der Schule das schießen, ZomCon kontrolliert teils das Leben der Bürger und kann unliebsame Mitbürger einfach mal in die "Wilde Zone" entsorgen, das Zusammenleben ist geprägt von Spießertum - wer keinen Zombie hat ist gesellschaftlich unten durch.


Fido

Die Robinsons bekommen auch nur aus diesen gesellschaftlichen Zwängen einen Zombie, obwohl Mr. Robinson immer noch vom Zombiekrieg traumatisiert ist, in welchem er seinen eigenen Vater umbringen musste. Sohn Timmy, der eh ein Außenseiter ist, freundet sich recht schnell mit Zombie Fido an und nutzt ihn als Spielkameraden. Das ein defekt am Halsband Mrs. Henderson – und in der Folge davon noch einigen Menschen mehr – das Leben kostet, ist ein bedauerlicher Unfall. Dafür zeigt sich, dass Zombies keineswegs nur die hirnlosen Befehlsempfänger sind sondern doch noch zu Gefühlen imstande sind.

Fido läuft zwar als Horrorkomödie, aber so etwas wie Shaun of the Dead sollte man hier nicht erwarten. Hier gibt es nicht die großen Gags, sondern der Film lebt von dem absurden Setting und dem ganzen Verhalten der Protagonisten. Mehr Tragikomödie und Gesellschaftskritik als Komödie, Humor mal ganz ohne Holzhammer. Blutige Effekte, wie man sie vielleicht auch von einem Film mit Zombies erwarten könnte, gibt es auch nur ganz wenige, also für Freude des Gores nicht der richtige Film.

Ein etwas anderer Film, der (laut Cover) wohl auf dem Fantasy-Film-Fest 2007 recht gut ankam – und ich denke auch genau solche Leute sind die Zielgruppe. Der Film ist anders, allein weil Zombies eine tragende Rolle spielen, und trotzdem hat er mehr Tiefgang als zu erwarten wäre. Ich war gut unterhalten (auch wenn meine Freundin jetzt unbedingt auch so einen netten Hauszombie will… ;))

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Kommentare

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Jahaa, warum hast du mir keinen zum Geburtstag geschenkt? schmoll
#1 Michi am 01.08.2009 20:18

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