02. 08
In Aberystwyth herrschen Angst und Schrecken. Die Druiden haben alle Macht an sich gerissen, Glücksspiel, Prostitution und geheimnisvolle Holzbauten prägen das Stadtbild. Nicht einmal vor der Schule macht das Verbrechen Halt. Immer mehr Schüler fallen heimtückischen Mordanschlägen zum Opfer oder verschwinden spurlos am hellichten Tag. Louie Knight, Aberystwyth's bester und einziger Privatdetektiv, bekommt von alledem nichts mit. Erst als ihn seine Angebetete, die berühmte Waliser Nachtklub-Chanteuse Myfanwy Montez, bittet, nach ihrem vermissten Cousin zu suchen, macht er sich auf, die Wahrheit zu ergründen.
Meist sind die Klappenzitate auf Büchern recht sinnfrei (ala "Bester XYZ seit langem!"), aber bei Aberystwyth Mon Amour passen zwei Zitate sogar mal ganz gut:
Verbindet Monty Pythons Sinn fürs Absurde mit sicherem Gespür für die vertrackte Welt des Noir…
- Guardian… mischt Satire, Farce, Fantasy und Comic Strip in einer Welt…
- Times Literary Supplement
Malcolm Pryce führt den Leser in seinem Roman in eine recht abstruse walisische Welt. Die Druiden sollte man sich hier nicht als sicheltragende alte Männer vorstellen, sondern es handelt sich um die "herrschende Klasse" in der Stadt. Warum weshalb und wieso erfährt der Leser allerdings nicht.
Allgemein wird man ziemlich ins kalte Wasser geworfen. Der Autor gestattet dem Leser zur sehr zögerlich Einblick in das abstruse soziale Geflecht des Ortes.
Auch die Kriminalhandlung an sich ist ziemlich verworren. Teils hat man den Eindruck, dass die Handlung nur grob dazu dient, die abstrusen Ideen Pryce in einen Rahmen zu zwängen. Eigentlich ist die Story über ermordete Schüler, einen Archebau usw. nämlich ziemlich hirnrissig und wird oft nur durch unmotivierte Zufallsereignisse und plötzliche Geistesblitze weitergetrieben.
Trotzdem sind den Einfällen einen gewissen Grad an Komik nicht abzusprechen. Ich habe mich des Öfteren an "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" erinnert gefühlt, der ja auch eine recht abstruse Mischung aus Film Noir und Cartoon ist.
Wäre die Story nicht ganz so verworren und würde der Leser doch etwas sanfter in die seltsamen Ränke und Gepflogenheiten der Welt in Aberystwyth eingeführt, wäre das Buch wohl besser geworden. So ist es nur durchschnittliche Unterhaltung und man muss schon eine gewisse Motivation mitbringen, sich durch diesen abstrusen "Krimi" durchzuarbeiten.
Eine Leseprobe gibt es übrigens hier zu betrachten.



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