22. 08

Edward Wozny ist das Wunderkind der New Yorker Finanzszene. Warum ausgerechnet er von einer exzentrischen englischen Adligen beauftragt wird, einen geheimnisvollen mittelalterlichen Codex zu finden, ist ihm ein Rätsel. Je mehr er jedoch in den Bann des mysteriösen Texts gerät, umso heftiger überkommt ihn das beunruhigende Gefühl, Teil eines ausgeklügelten, für ihn aber undurchschaubaren Plans zu sein. Diese Ahnung steigert sich zum nahezu wahnhaften Fiebertraum, als Edward plötzlich zum in der virtuellen Welt eines Computerspiels immer mehr Parallelen zur Legende des Codex entdeckt...

Die Macht des Codex dürfte ein Buch sein, dass man entweder toll oder bescheiden findet. Man sollte nicht mit falschen Erwartungen an das Buch gehen. Auch wenn der Einband es mit Dan Brown vergleicht und es als Thriller ausgibt: Die Macht des Codex ist kein Thriller und erstrecht keine Geschichte im Dan Brown Style. Es gibt keine Verfolgungsjagten, keine Schusswechsel und keine große Action. Es ist viel eher mit dem Club Dumas vergleichbar, auch hier handelt es sich um eine bibliophil angehauchte Detektivgeschichte; und als solche funktioniert der Roman ziemlich gut.

Auch hier wird man, zusammen mit dem Protagonisten, leicht in die Welt der Bücher gezogen (allerdings nicht so ausschweifend wie im Club Dumas), auch hier steht dem Helden eine leicht mysteriöse Frau zur Seite und es geht ebenfalls darum eine alte verschollene Schrift wieder zu finden.

Aufgelockert wird das ganze durch eine Verbindung zu MOMUS, einem Computerspiel in dem Edward auf erstaunliche Parallelen zur Suche nach dem Codex stößt. Allerdings ist diese Verbindung nicht so eng wie man anhand des Covertext meinen könnte und das dargestellte Computerspiel ist auch in Sachen Komplexität und Realismus noch leichte Zukunftsmusik. Trotzdem gibt diese weitere Ebene das ganze eine Verkettung zur momentanen Zeit und man lebt nicht total in einer bibliophilen Welt, wie es im Club Dumas der Fall ist.
Trotzdem wirkt die Macht des Codex leicht irrealer, auch wenn mehr Verbindungen zur aktuellen Zeit vorhanden sind. Das liegt teils am Erzählstil des Autors und stark an der detaillierten Beschreibung der Welt des Computerspiels, denn beides kommt teilweise recht surreal rüber.

Wie bereits im ersten Abschnitt erwähnt, handelt es sich um seine sehr ruhige Geschichte. Niemand wird bedroht, keine Verfolgungsjagden, keine Tode usw – die Spannung zieht der Roman total aus dem Handeln der Protagonisten und der Suche nach dem Versteck des Codex. Das mag für Dan Brown Thrillerfans arg langweilig sein, ich fand es sehr interessant, vor allem weil man recht schnell in die Welt und die Handlungen von Edward hineingezogen wird. Wer es auch mal gerne ruhiger mag sollte der Macht des Codex eine Chance geben (vor allem weil es das Buch gebraucht extrem günstig gibt), alle Action-Thriller-Fans ihn links liegen lassen.

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