13. 09

Der Wissenschaftlerin Kathy Kerr ist ein Durchbruch gelungen: Mithilfe einfacher Gentherapie kann man ehemalige Verbrecher in friedliche Mutanten verwandeln. Als sie feststellt, dass ihre Erkenntnisse zu einem schier unglaublichen Vorhaben missbraucht werden sollen, ist es beinahe zu spät. Doch da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite.

Michael Cordys Lucifer fand ich ziemlich gut, und da schon das Cover von Mutation mehr als nur ähnlich aussieht, hatte ich auch gewisse Erwartungen an Mutation, welche leider enttäuscht wurden.

Der zentrale Gedanke von Mutation ist, dass der Hang zu Gewalt schon in den Genen eines Menschen verdrahtet ist, und diese Verdrahtung durch Gentherapie korrigiert werden kann. Korrigierte Gewaltverbrecher tendieren viel weniger dazu, wieder rückfällig zu werden. Diese Vorstellung mag zwar nicht so ganz konform zu der momentanen wissenschaftlichen Meinung bezüglich der Entstehung von Gewalt laufen, aber für einen Roman ist sie sicher akzeptabel.

Cordy übertreibt die Idee aber etwas und baut zwei böse Hauptcharaktere, deren Motivation arg an den Haaren herbeigezogen erscheint. Misshandelt als Kinder und (im Fall von Dr. Prince) ihre Tocher durch einen Serienkiller verloren, haben Dr. Alice Prince und Madeline Naylore (mittlerweile FBI Direktorin) die Männer als das Böse dieser Welt identifiziert und möchten alle  Männer mit einem Virus von der Welt tilgen und die Welt so von Gewalt, Mord und Vergewaltigung säubern. Das Virus tötet Männer, welche ihre Pubertät schon hinter sich haben und korrigiert bei jüngeren die Gene, damit sie nicht mehr zu Gewalt neigen.

Um diesen hirnrissigen Plan in die Tat umzusetzen gibt es natürlich den obligatorischen allmächtigen Konzern, hier Viro-Vector-Solutions, dem jegliche technischen Möglichkeiten und allwissende Computersysteme zur Verfügung stehen. Auch sind die Gut/Böse Rollen klar und stereotyp verteilt. Die skrupellose Männermordende FBI Chefin, die nicht ganz so böse um ihre Tochter trauende Dr. Prince, die irgendwann doch etwas an ihrem Plan zweifelt, die gute Kathy Kerr, deren Forschung nicht für solche Zwecke missbraucht werden soll und der "weiße Ritter" Decker. Agent Decker darf dazu noch erfahren, dass er Produkt einer Vergewaltigung ist, also Sohn eines Massenmörders, und sein gedachter Vater von eben jenem Vergewaltiger nach der Vergewaltigung getötet wurde.

Eine wirkliche Beschäftigung mit dem Thema Gewalt und Aggression findet nicht statt. "Männer sind gewalttätig und aggressiv also böse" ist der Recht simple Tenor des Romans. Einzelne Einwürfe wie der Fortschritt, welcher durch ein gewisses Maß an Aggression und Draufgängertum erst entsteht, kommen erst Recht spät  und sehr kurz im Roman vor. Dabei wäre das sicher ein Thema, von dem ein gewisser Unterhaltungswert ausgehen könnte und welches zum Nachdenken anregen könnte.

Sonderlich spannend kommt Mutation auch nicht rüber, eher ganz konventionell. Große Wendungen, Überraschungen oder ähnlicher gibt es nicht – die Bösen starten ihren Plan, die Guten hetzen hinter her und verhindern am Ende das Schlimmste.

Öder, sehr einseitiger und einfache gestrickter Thriller ohne bemerkenswerte Highlights oder Besonderheiten. Muss nicht sein, das kann Cordy besser.

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