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10. 10

Mir ist letzt aufgefallen, dass ich mir schon keinen richtigen Trash mehr angesehen hab. Deshalb habe ich den riesigen Betrag von 5€ in die Hand genommen und mir aus England Zombie Strippers bestellt. Der Covertext lies darauf schließen, dass dieser Film nicht viel mehr als richtiger Trash sein kann:

Als eine geheime Regierungsorganisation einen chemischen Virus freisetzt, der Tote wieder zum Leben erweckt, ist der angesagte Underground-Stripclub Rhinos als erstes betroffen. Eine der Stripperinnen infiziert sich unabsichtlich mit dem Virus, verwandelt sich in eine übermenschliche, Fleisch fressende Zombiestripperin und wird zum Star des Clubs. Können die anderen Mädels der Versuchung widerstehen, so erfolgreich wie die Starstripperin zu werden – auch wenn es für sie kein zurück gibt?

Klingt toll, was? ;-)

Das Cover kann gleich mit zwei mehr oder weniger berühmten Namen aufwarten: Robert Englund, den Horrorfans wohl besser als Freddy kennen, und Jenna Jameson (aka "The Queen of Porn"), die wohl vor allem männlichen "Film"fans bekannt sein sollte.

Der Film beginnt in einem Versuchslabor, in welchem eine kleine Zombiehorde außer Kontrolle geraten ist. Ein kleiner Trupp Soldaten nimmt sich mit geballter Feuerkraft diese Problems an. Auch wenn von den Zombies nachher nur noch Stücke übrig sind, wird einer der Soldaten gebissen und flüchtet sich in einen benachbarten Stripclub – wo die restlichen 80 Minuten des Filmes spielen.


Im Stripclub wird der Film nun unglaublich abwechslungsreich, denn es gibt eigentlich nur eine "Gelaber – Brüste – Stangentanz – Blut und Gedärme" Schleife, die sich ein paar mal wiederholt. Wie es sich für einen Stripclub gehört, tanzen bar(silikon)busige Mädels an Stangen vor einem begeisterten Publikum. Die Starstripperin des Clubs wird durch einen Biss ebenfalls zum Zombie, und tanz in diesem Zustand wie eine besessene. Allerdings muss ein Clubbesucher im Anschluss daran glauben, da sie als Zombie doch leichte Gelüste nach Menschenfleisch hat. Der Clubbesitzer (Endlung mit gnadenlosen Overacting) denkt allerdings primär ans Geld, da die Besucher total auf die Zombie-Stripperin abfahren und lässt die Körperreste entsorgen und behält seine neue Zombie-Attraktion.

Da die Zombie-Stripperin so gut ankommt, lassen sich immer mehr ihrer Stripper-Kolleginnen auch infizieren, tanzen und verspeisen Clubbesucher, der Chef lässt aufräumen – die Schleife lässt grüßen.

Die Tanzszenen langweilen irgendwann doch etwas, der Unterhaltungswert von Silikonbrüsten und Stangen ist nicht soo überragend wenn man nicht live dabei ist ;-) Dafür sind die Gore-Szenen zwischendrin ziemlich blutig in Szene gesetzt und sehen gar nicht so übel aus, so lange keine CGIs verwendet werden.

Gegen Ende, als sich ein Kampf zweier Zombie-Stripperinnen entwickelt, schlägt der "wir haben doch kein Budget" Hammer gnadenlos zu. Hier wurden relativ viele CGIs verwendet, die allesamt grauenvoll ruckelig und billig aussehen… Wer kein Geld für CGIs hat soll es doch bitte lassen… Dafür bekommt man allerdings die unglaublich innovative Idee eine Vagina-Billiardkugel-Kanone präsentiert :-P

Wenigstens nimmt sich der Film ganz und gar nicht ernst. Es gibt einige gute Oneliner und Szenen, die einem immer wieder ein Grinsen aufs Gesicht zaubern. Sei es eine Stripperin die Nietzsche liest, und erst nach ihrem Tod (also als Zombie) versteht was Nietzsche eigentlich meint, der Mexikaner als Putzmann, ganz stilecht mit Hut und Esel oder Dialoge wie "They are Zombies! – No, they are strippers! – They are Zombie Strippers!" oder "I'm allowed to have them – I don't have to know how to use them" (bezüglich eines Waffenarsenals im Schrank). Humor (wenn auch teilweise unfreiwillig weil es einfach billig aussieht) hat der Film schon zu bieten.

Ein weiteres Problem, dass wohl auf das beringe Budget zurückzuführen ist, ist das total unglaubwürdige Setting. Es gibt im Film eh nur 5 verschiedene Sets, und das meistgenutzte, der StripClub überzeugt absolut gar nicht. Ein Stripclub sollte heruntergekommen und verraucht aussehen. Hier ist alles, dank digitaler Kameras, wie aus dem Ei gepellt – sauber, bunt und kontraststark. Glaube Lee (der Regisseur und Autor dieses Machwerk) hat damit den sterilsten und unglaubwürdigsten Stripclub ever in einen Film eingebaut ;-)

Am Ende kommt dann das Einsatzkommando wieder vorbei und schießt mal wieder Zombies in kleine handliche Stückchen.

Alles in allem hat Zombie Stripers doch etwas wenig, auch wenn man nur einen Trashfilm erwartet. 80 Minuten lang nur Brüste, tanzen und Gore in einer Schleife ist sogar für einen solchen Film etwas dünn – eine gewisse Handlung erwarten sogar BMovie Freunde. Auch die soliden Goreszenen, die nicht mit Kunstblut und –gedärm geizen, können darüber nicht hinwegtäuschen, vor allem deshalb nicht, weil die guten handwerklichen Szenen von den unglaublich miesen CGIs wieder aufgehoben werden. Das das Filmchen trotzdem etwas Spaß macht, liegt wohl am Humor und Charakteren wie dem durchgeknallten Clubbesitzer, dem Coolen DJ und dem illegalen Putzmann. Definitiv nix großartiges, aber wenn man ein paar Kumpels und eine Kiste Bier hat, sicher eine gute Einmalunterhaltung.

PS: Warum haben in solchen Filmen die hübschen immer No-Nudity Klauseln im Vertrag? Ich hab den ganzen Film auf die Brünette gewartet…. aber nein… nix gibts… ;-)

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Derzeitige Beurteilung: 3.75 von 5, 4 Stimme(n) 1402 Klicks

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Kommentare

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*Klingt ja ganz amüsant :-)

Bring mal mit, wenn du vorbeikommst :-)

Brüste, Blut und Zombies klingt toll^^
#1 Lil' Bro am 12.10.2009 22:27 (Antwort)

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