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Wolfsfährte: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher) Cover Image
Titel:Wolfsfährte: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Autor:
ISBN:3404158954
Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Seitenzahl:400
Preis:
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Können die Märchen der Gebrüder Grimm zur Vorlage schrecklicher Bluttaten werden? Mit dieser Frage wird Hauptkommissar Jan Fabel konfrontiert, als man das erste Opfer eines perfekten Serienmörders entdeckt. Die Ermittlungen führen den Hamburger Kommissar und sein Team auf die Spur eines Täters, dem die Grimm’schen Märchen offenbar mehr bedeuten als Gutenachtgeschichten für Kinder…

Wolfsfährte war so ein Buch, welches ich mit keinen allzugroßen Erwartungen aus dem Regal gezogen habe und am Ende wirklich positiv überrascht war. Was Craig Russel hier abliefert ist wirklich ein interessanter, spannender Krimi.

In Wolfsfährte dienen die Märchen der Gebrüder Grimm als Vorlage für einen Krimi, in dem ein Serienmörder sich Motive aus den Märchen (Rapunzel, Hänsel und Gretel etc) aussucht und diese in Form von realen Morden abbildet/interpretiert. Dadurch, dass man erst kurz vor Schluss den Mörder enttarnt bekommt, hält sich auch über das komplette Buch hinweg eine Spannung, in der man immer wieder verschiedene Personen verdächtigt und den Verdacht dann doch wieder verwirft. Für einen Krimi sicherlich ein gutes Zeichen.

Sprachlich hat der Roman so ein paar kleinere Schwächen. Ich war erst einmal etwas verwundert, dass der Autor die Hamburger Kripo und Hamburg an sich so detailliert beschreibt. Russel ist nämlich eigentlich Engländer – auch wenn er wohl ein Faible für Deutschland hat, merkt man diesen Aspekt an einigen Eigenheiten, die wohl auf deutschen Klischees beruhen. Ganz schlimm fand ich die Namen in dem Buch; beginnend von der Hauptperson Jan Fabel über Anna Wolff hin zu Franz Biedermeyer – das alles ist wirklich übertrieben “deutsch” und wirkt so zumindest im Unterbewusstsein störend. Auch sollte sich Russel abgewöhnen jede Kleinigkeit der Ermittlungsarbeit zu beschreiben – ich weiß wirklich nicht, wie oft man in Wolfsfährte liest, dass sich jemand einen Latexhandschuh überstreift…. irgendwann weiß ein jeder, das unsere Ermittler keine Spuren mutwillig zerstören.

Über die kleineren sprachlichen Probleme tröstet allerdings die durchgehend vorhandene Spannung recht gut hinweg. Allerdings ist auch der Schluss des Buches wieder leicht enttäuschend, denn Russel schafft es nicht das interessante Thema zu einem wirklich schlüssigen und gut motiviertem Schluss zu bringen. Die Auflösung kommt Kommissar Fabel im Traum und wird dann arg gehetzt in wenigen Seiten abgehandelt, ganz im Stil von “Erkennen, kurz vergewissern, verhaften, Ende”. Auch eine Motivation des Täters für die Morde ist letzten Endes nicht wirklich vorhanden, was ich schade fand, da hätte man sich sicher mehr ausdenken können.

Trotzdem würde ich dem Buch eine gute Qualität bescheinigen, da die Spannung, welche einen Krimi zum Großteil ausmacht, wirklich vorhanden ist und (abgesehen von den Namen) auch die Geschichte bis zum etwas abflachenden Schluss gut geschrieben und konstruiert ist.
Da ich feststellen musste, dass ich auch Russels Erstwerk Blutadler im Regal stehen habe, und mir Wolfsfährte doch gefallen hat, wird auch Blutadler demnächst mal zur Hand genommen.

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Derzeitige Beurteilung: 3 von 5, 11 Stimme(n) 4122 Klicks

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Craig Russell ? Wolfsf�hrte - Review bei Tharos' Weblog
Review des Buches "Wolfsfährte" von Craig Russell, einem Krimi mit Anleihen bei den Märchen der Gebrüder Grimm
Weblog: Newsportal HUiP.de
Aufgenommen: Apr 05, 12:11

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