30. 08

Frontier(s) Cover Image
Titel:Frontier(s)
Regisseur:
Jahr:
Laufzeit:96 min
Freigabe:Freigegeben ab 18 Jahren
Amazon-Preis:EUR 6,79
bei Amazon kaufen
Nach einem missglückten Banküberfall flieht die schwangere Yasmina und ihre Gang von Kleinkriminellen vor der Polizei. Sie landen in einem schäbigen Gasthaus im Niemandsland nahe der belgischen Grenze. Doch anstelle von Rettung erwartet sie in der Absteige die Hölle auf Erden! Denn hier haust eine degenerierte Nazi-Familie, die nur auf frisches Blut wartet, um ihre wahnwitzigen Machtfantasien auszuleben. Als Yasminas Freunde auf unbeschreiblich brutale Weise gefoltert und getötet werden, erwacht ihr Mutterinstinkt: Sie versucht alles, um sich und ihr ungeborenes Kind zu retten. Ein blutiger, gnadenloser Kampf ums überleben beginnt!

Mal wieder etwas mit Gewalt aus französischen Landen. Dass die Franzosen kein Kind von Traurigkeit sind, und gerne mal etwas mehr Brutalität in ihren Filmen umsetzen, ist ja spätestens seit "Haute Tension" oder "Martyrs" bekannt. Mit Xavier Gens saß bei Frontier(s) auch kein ganz unbekannter auf dem Regiestuhl. Gens hatte mit Hitman ja schon gezeigt, dass Videospielverfilmungen nicht immer totaler Schrott sein müssen (da können Sie noch etwas lernen, Herr Boll).

Frontier(s) lässt am Beginn das Gefühl aufkommen, dass man es vielleicht einmal mit einem etwas anderen Gewaltstreifen zu tun hat. Der Film beginnt in Frankreich, wo in der Pariser Vorstädten der Bär steppt, spricht: Jugendliche randalieren in den Banlieus. Auch die fünf Hauptdarsteller dieses Films, die in den folgenden 100 Minuten noch einiges durchstehen müssen, sind nicht gerade Engel. Sie sind nach einem Banküberfall auf der Flucht vor der Polizei und planen das Land Richtung Holland zu verlassen. Nachdem der erste der Jugendlichen schon im Krankenhaus stirbt, macht sich der Rest gen Holland auf. Auf dem Weg machen die vier Halt in einem kleinen Gasthof, was, welch Überraschung, der Beginn vom Ende ist. 

An dieser Stelle ist dann auch die Hoffnung auf etwas neues dahin, denn von der Aktualität der Pariser Vorstädte ist man nun meilenweit entfernt. Die vier befinden sich nun in der üblichen Folterumgebung: einsames Gehöft am Arsch der Welt mit durchgeknallter Familie.

Die folgenden Filmninuten kann man recht einfach erhalten, nämlich indem man "Hostel", "Texas Chainsaw Massacre" und "The Devil's Rejects" in einen Shaker gibt und gut durchschüttelt. Wirklich neues hat Frontier(s) nämlich nicht zu bieten.
Was folgt ist der typische Ablauf eines Folterhorrorfilms: Opfer werden gefangen, gefoltert, fliehen, werden eingefangen, wieder gefoltert, rächen sich usw. Wenig Neues aus dem Land der Qual. Da normale Sadistenfamilien ja schon gang und gäbe sind, durfte in Frontier(s) noch ein Altnazi als Familienoberhaupt auftauchen, der ab und an sinnfrei von "reinem Blut" schwafeln darf. Bringt zwar nix, lässt die Familie aber noch ein Stück skurriler erscheinen.

In Sachen Gewalt musste Frontier(s) für die deutsche Veröffentlichung einige Federn lassen. Sogar die SPIO/JK Version wurde um ca. 3 Minuten erleichtert, die FSK18 Variante sogar um ganze 8 Minuten. Teilweise sind die Schnitte sehr auffällig, z.B. ein "gerade steh ich noch mit Axt vor dir, jetzt ist Axt weg und du tot in der Kreissäge" - so etwas ist sehr störend. Frontier(s) hat zwar harte Gewalt, aber einige der selbst in der SPIO/JK Version entfernten Szenen, hat man durchaus schon in solcher oder ähnlicher Form auch in FSK18 Filmen gesehen.

Teilweise merkt man, dass Gens sein Werk schon versteht. Der Film enthält ein paar interessante Kameraeinstellungen und auch die Musikuntermalung ist ab und an wirklich stimmig. In der Szene, in der Yasmine die Haare gestutzt bekommt, kommt sogar so etwas wie Suspense-Horror-Feeling auf (ab dieser Szene erinnert die Schauspielerin auch total an die Hauptakteurin aus Haute Tension - oder sehen einfach alle Französinnen mit kurzen Haaren gleich aus?). 

Alles in allem empfand ich Frontier(s) einfach als einen weiteren Vertreter des Torture-Porn-Genres, es fehlt irgendetwas um sich wirklich von den anderen Genre-Vertretern abzusetzen.
Ich finde, bei diesen Filmen stellt sich recht schnell ein Gewöhnungs- bzw Abstumpfungseffekt ein. Dem Genre fehlt es einfach an neuen Ideen, die Filmemacher scheinen meist nach der "Mehr Gewalt = Besser" Devise vorzugehen - was nicht wirklich funktioniert.
Vielleicht sollte man mal wieder etwas mehr in Story und Co als in Blutbeutel investieren... Vielleicht werde ich aber einfach nur zu alt für solche Filme... 

Tags für diesen Artikel: ,
Derzeitige Beurteilung: 1 von 5, 2 Stimme(n) 4434 Klicks

Trackbacks


Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben


Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA