14. 04

Nach Watchmen und 300 mal wieder etwas neues von Zack Snyder: Sucker Punch. Hierbei handelt es sich aber mal ausnahmsweise um keine Comicverfilmung, sondern um eine Eigenkreation von Sneyder – auch wenn das ganze von Story und Optik her durchaus als Comicverfilmung durchgehen würde.

Story…. nunja…. das ist so eine Sache bei Sucker Punch… wirklich sinnvoll oder gehaltvoll ist die nämlich so ganz und gar nicht. Alles beginnt damit, dass "Baby Dolls" Mutter stirbt. Ihr Stiefvater, der Baby Doll und ihre Schwester augenscheinlich schon in der Vergangenheit missbraucht hat, gerät über den Umstand in Rage, dass er beim Erbe leer ausgehen soll. Die darauf folgende Auseinandersetzung zwischen Stiefvater und Töchtern führt dazu, dass Baby Dolls Schwester durch einen Irrläufer aus Baby Dolls Waffe ums Leben kommt, und Baby Doll selber daraufhin von ihrem Stiefvater in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wird.

So weit so normal – allerdings beginnt sich der Film nun von den normalen Genrefaden abzuwenden. In Baby Dolls Welt wird die Heilanstalt zu einer Art Moulin Rouge, Doktoren zu Tanzlehrern, Aufseher zu Zuhältern und Baby Doll muss für Kunden tanzen. Während sie – den Reaktionen der Zuschauern nach – überragend tanzt, gleitet sie in eine weitere Traumwelt hinab. Hier gibt Scott Glenn – als eine Art David Carradine Verschnitt aus Kill Bill – Aufträge und Tipps zur Flucht aus der Anstalt. Die Szenen aus diesen Traumwelten sind die Szenen, die einem höchstwarscheinlich aus dem Trailer in Erinnerung geblieben sind. Hier verzichtet Sneyder auf jegliche realistischen Szenarien und lässt es richtig krachen.

Man (bzw die Mädels) trifft auf übergroße Samurai-Roboter mit Schwert, Bazooka und Gatling, Erster Weltkrieg Schlachten mit Nazi-Robotern-Soldaten und Battle-Mechs, Orks und Drachen und Killerroboter – kurzum alles was man sich so vorstellen kann. In diesen Szenen werden in Sachen Tricktechnik wirklich alle Register gezogen – auch wenn vieles doch arg aus anderen Filmen geklaut wirkt. Vor allem dir Ork-Szene wirkt wie "Wir haben doch noch ein paar Renderings aus Mordor von Herr der Ringe über – lass uns die doch einfach verwenden, wird sicher keiner merken.". Auch wenn diese Sequenzen wirklich gut gemacht sind, und sie gleichzeitig auch das Unterhaltsamstes an Sucker Punch sind, haben sie ein Problem: Für den Film sind und die Story sind sie eigentlich total sinnlos. Ob es jetzt in irgendeiner Form positiv für einen Film ist, dass seine besten unter unterhaltsamsten Szenen genausogut fehlen könnten, muss jetzt jeder für sich selbst entscheiden.

In Sachen Schauspielern fand ich vor allem die Wahl von Emily Browning als Baby Doll unglücklich. Sie stackst den ganzen Film über mit einem einzigen Gesichtsausdruck durch die Kulissen. Auch traut man ihr deshalb eines überhaupt nicht zu: die Zuschauer durch Tanz total zu hypnotisieren. Wahrscheinlich waren auch ihren echten tänzerischen Fähigkeiten eher bescheiden, sonst hätte man vielleicht doch etwas mehr gesehen in Sachen Tanz, bevor die Traumsequenzen anfangen.

Im ganzen war Sucker Punch doch recht enttäuschend, auch weil Trailer und Co eigentlich einen etwas anderen Film erwarten ließen. Die Story ist arg blöd und plätschert langweilig vor sich hin. Die Figuren sind unglaublich platt und ohne wirkliche Hintergrundgeschichten – Abziehbilder deren Schicksal schnell vergessen hat. Die Action, die zugegebenermaßen wirklich gut gemacht ist, gibt es nur in Form von wahllos hineingebastelten Traumsequenzen, die storytechnisch total sinnfrei sind. Allerdings sind es diese Sequenzen, die dafür sorgen, dass man im Kinosessel nicht einschläft.

In Sachen Optik und Styling hat Snyder es sicher drauf, dass haben seine Comicverfilmungen gezeigt. Vielleicht sollte er in Zukunft auch wieder zu diesen zurückkehren, und die Story Leuten überlassen, die das besser können….

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