03. 06

Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall Cover Image
Titel:Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall
Autor:
ISBN:3404158539
Verlag:Bastei Lübbe
Seitenzahl:480
Preis:
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Nach dem Mord an einer Freundin folgt FBI-Agentin Smoky Barrett der Fährte des Killers. Doch die Spuren, die der eiskalte Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Die Zeit arbeitet gegen sie, und mit jedem neuen Verbrechen gelangt Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen Traum erfüllen – ein Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte.

Die Bücher von Cody McFadyen sieht man schon seit einer Zeit in jeder Buchhandlung ausliegen (Die Blutlinie ist auch schon von 2006), weshalb ich doch irgendwann mal zu einem seiner Romane greifen musste.

Wirklich neues präsentiert McFadyen hier allerdings nicht. Im Prinzip ist es nur ein weiterer “Ermittler Team jagt durchgeknallten Serienmörder” Roman. Das einzige, was in den meisten anderen Titel nicht so viel Raum bekommt, ist die Beschäftigung mit dem Inneren der Charaktere. Hier gibt es einige Passagen, in denen McFadyen versucht uns das Seelenleben der Akteure näher zu bringen und den Leser tiefer in die Figur hinein zu versetzen. Teilweise gelingt das ganz gut, und gibt wirklich den Eindruck gerade einen Tatort durch die Augen von Smoky zu sehen, teilweise geht es auch ziemlich in die Hose. Wenn der dunkle Zug mit “Tschutschutschu” vorgefahren kommt oder der innere Drache röhrt, wirkt das eher befremdlich als fesselnd..

Die Charaktere scheinen alle am Reißbrett entstanden zu sein – wirklich menschlich kommt keiner von ihnen rüber. McFadyen präsentiert und hier ein Team von Ermittlern, die alle in ihrem Metier die Besten der Besten sind – aber auf der andere Seite alle ihre dunklen Seiten und Probleme mit sich tragen. Zu “gut” hat er es eindeutig bei Smoky gemeint. Schießt schneller als ihr Schatten und ist tough bis über beide Ohren, steht aber kurz vorm Selbstmord weil sie durch einen Killer ihren Mann und Kind verloren hat. Allerdings darf sie ein paar Tage später wieder aktiv den neuen Killer jagen und bekommt auch noch ihr Patenkind in Obhut, deren Mutter Opfer des Killers wurde. Charaktere wie sie das Leben schreibt sehen etwas anders aus…

Was beim Lesen recht schnell auffällt, ist die Detailgenauigkeit und Brutalität mit der McFadyen die Morde seines Serienkillers beschreibt. Für “populäre Thriller”, also nicht aus Reihen wie Heyne Hardcore und ähnlichem, in denen man so etwas erwarten kann, fand ich das teilweise schon fast zu genau. Wer sich dem Buch widmet, sollte auf ein paar blutige Detail vorbereitet sein.

Um die Spannung im Roman ist es leider nicht so wirklich gut bestellt. Die “überraschende” Auflösung wer der böse Junge ist kommt alles andere als überraschend – den Verdacht kann man schon nach wenigen Seiten selber entwickeln. Auch verpasst es McFadyen ein paar falsche Fährten zu legen, so dass man seine eigene Vermutung doch nochmal über den Haufen wirft. Es läuft alles recht gradlinig der erwarteten Auflösung entgegen.

Ich tue mir etwas schwer, den Roman wirklich zu bewerten. Obgleich wirkliche Spannung und Überraschungen fehlen, ist man trotzdem irgendwie von dem Buch gefesselt. Das Tempo wechselt extrem, viele Seiten Gefühlsleben werden durch blutige Action abgelöst. In beiden Parts macht McFadyen vieles richtig, schießt aber sowohl in Sachen “das innere der Akteure beschreiben” als auch in Sachen Brutalität und Detailverliebtheit das ein oder andere mal über das Ziel hinaus.

Als Superhit würde ich die Blutlinie nicht bezeichnen, aber der Autor hat mir immerhin so weit gefallen, dass ich “Der Todeskünstler” wohl demnächst auch mal anfangen werde.

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Derzeitige Beurteilung: 2.08 von 5, 24 Stimme(n) 4109 Klicks

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Kommentare

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Dann bin ich mal gespannt, was du zum "Todeskünstler" sagen wirst. Ich fand ihn besser - aber detailverliebt, was Blut angeht, ist er natürlich immer noch ohne Ende...
#1 Mareike (Homepage) am 04.03.2012 21:03

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