03. 04

Nachdem der neuerliche 3D-Kino-Hype nun jetzt ja auch schon weit über 1 Jahr anhält, habe ich es auch endlich einmal geschafft (bzw. mich überwunden), einen 3D-Film im Kino zu sehen. Zorn der Titanen war der Auserwählte, der mir den Sinn und Zweck der neuerlichen 3D-Begeisterung bei Kinofilmen zeigen sollte. Immerhin wird der Film in Reviews fast durchgängig als “gute 3D Umsetzung” gelobt. Ob er es geschafft hat? Naja… steht am Ende des Reviews

Wenden wir uns doch erst mal dem Film an sich zu.

Nachdem Perseus (Sam Worthington) im ersten Teil ja den Kraken bekämpft hat, möchte er eigentlich friedlich als Fischer vor sich hin leben – daraus wird allerdings nichts. Sein Vater Zeug (Liam Neeson) wird nämlich in der Unterwelt von Kriegsgott Ares (Edgar Ramirez) und Hades (Ralph Fiennes) verraten. Ares und Hades wollen ihrerseits Kronos (CGI), den Anführer der Titanen, aus seinem Gefängnis befreien. Damit ist es mit dem Gefische um, und Perseus macht sich mit Hilfe von Halbgott Argenor (Toby Kebbel) und Königin Andromeda (Rosamunde Pike) auf den Weg zum Tartarus um Kronos zu Besiegen und Zeus und die Welt zu retten.

Das klingt jetzt nicht gerade total tiefsinnig, sollte aber eigentlich doch genug Material liefern, um sich einige Zeit im “God of War”-Style auf der Kinoleinwand unterhalten zu lassen. Irgendwie will das aber nicht so recht funktionieren….


Im Prinzip läuft der Film so ab, wie man es eigentlich vermuten kann. Die Story an sich ist eher zweitrangig und der Film hangelt sich damit nur von CGI-Action zu CGI-Action Szene. Allerdings haben diese CGI-Szenen dann das Problem, dass sie auch nicht so richtig überzeugen können. An der Technik der Renderings kann man hier allerdings fast keine Kritik üben – hier wurden wirklich keine Kosten gescheut. Allerdings gehört der Cutter mal wieder geschlagen. Getreu der modernen Unart, Actionszenen so zu schneiden, dass alles möglichst viel wackelt und abgehakt ist, erkennt man die halbe Zeit nicht wirklich, was wirklich gerade auf dem Screen los ist. Dazu kommt, dass man manchmal den Eindruck hat, dass der Film im Nachhinein um ein paar Szenen erleichtert wurde. Hier fehlt nämlich manchmal zwischen dem actionreichen Gewackel und der storymässigen Nachbearbeitung irgendwie die ein oder andere Szene… Ob hier die Zensurschere oder ein “ich will mehr abgehackte Szenen”-Cutter am Werk waren wissen wir wohl erst, wenn ein Directory Cut auf Blu-Ray veröffentlicht wird.

Auf dem Papier kann Zorn der Titanen auch mit dem ein oder anderem Hochkaräter aufwarten. Liam Neeson oder Ralph Fiennes sind ja alles andere als B-Actor – aber wirkliche schauspielerische Akzente kann hier niemand setzen. Dafür ist der Film vielleicht einfach zu sehr auf die Action fokussiert. Nur Bill Nighy darf als leicht schizophrener göttlicher Waffenschmied durch herzhaftes Overacting etwas aus dem Standard-Einheitsbrei herausstechen.

Alles in allem bleibt ein Film über, der sich die griechische Mythologie für ein paar Monster-gegen-Held CGI-Momente zu Eigen macht. Allerdings weiß er weder durch Schauspieler, noch durch Spannung noch durch Umsetzung dieser CGI-Action wirklich zu überzeugen. So bleibt letzten Endes zwar kein Totalversager über, aber mehr als Durchschnitt für CGI-Teenies, Griechenland-Freaks oder “Hirn-aus-und-CGI”-Fans bleibt nicht wirklich über.

Was ist jetzt mit 3D? Nun ja, ganz einfach: Ich halte es nach wie vor für einen total überschätzten Hype. Wer bitte braucht denn das wirklich? Wenn Zorn der Titanen schon eine gelungene 3D-Version sein soll, möchte ich wirklich keine schlechte Umsetzung der 3D-Technik sehen. Im Prinzip stimmt ja schon die Bezeichnung 3D nicht so richtig, man bekommt ja eher 2.5D serviert - ein 2D mit Anordnungsebenen. Größtenteils dient die Technik ja wohl dazu, Dinge mehr oder weniger nah am Zuschauer zu platzieren. Das fand man schon vor verdammt vielen Jahren im Theater – dort wurden die verschiedenen (2D) Kulissen auf verschiedenen Ebenen vor- bzw. hintereinander angeordnet um die Illusion von Tiefe zu erreichen. Im Prinzip sieht die 3D Umsetzung genauso aus – die Figuren oder Dinge bleiben ja flach, stehen nur mal mehr mal weniger weit vorne.
Einige Szenen sahen mit 3D ganz nett aus, z.B. die Funkendarstellung ganz am Anfang, der Flug durch Tartarus oder einige raus/reinflieg Momente. Aber prinzipiell hatte ich viel zu oft das “Oh, wir haben wieder 3 platte Ebenen hintereinandergelegt” Gefühl – und dafür dann die Kosten einer Blu-Ray auf den Tisch legen und eine blöde Brille auf der Nase haben? Nein danke – ich werde mich auch in Zukunft eher an die normalen 2D Umsetzungen der Filme halten. Den nächsten 3D-Versuch tu ich mir vielleicht an, wenn man es schafft wirkliche Tiefe auf Objektebene und nicht nur auf Ebenenebene (komisches Wort…) darzustellen.
Derzeitige Beurteilung: 1.25 von 5, 4 Stimme(n) 6333 Klicks

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Kommentare

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Ist wie jeder Actionfilm eben ein typischer Vertreter, viel Haudrauf, starke Männer, schöne Frauen, aber wenig Handlung. Wer's mag, kann ihn sich trotzdem ansehen, die Kampfszenen sind toll gemacht.
#1 Henrietta (Homepage) am 06.11.2014 15:09

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