27. 11

poster_lg01Man könnte meinen, Roland Emmerich hätte etwas gegen die menschliche Rasse, denn entweder hetzt er Eis und Schnee (The Day after Tomorrow), Riesenechsen (Godzilla) oder Außerirdische (Independence Day) auf sie. In 2012 setzt er dem ganzen allerdings noch eine Schippe drauf, denn durch außergewöhnlich starke Sonneneruptionen soll die ganze Erde zerstört werden. Emmerich nutzt die Sonneneruption um eine Erwärmung des Erdkernes zu erklären, welche dann auf der ganzen Welt Erdbeben, Riesenwellen und Vulkanausbrüche hervorruft, kurzum: die Apokalypse bricht aus.

Diese Story des Weltuntergangs dient nun dazu, uns über 2.5h die Geschichte des flüchtenden Autors Jackson Curtis (John Cusack) und seiner Familie zu erzählen – natürlich mit diversen Zerstörungs-SFX gewürzt. Allerdings will zu keiner Zeit wirkliche Weltuntergangsstimmung aufkommen – was für einen Film mit einem solchen Thema schon etwas seltsam ist.

Der Film ist einfach nach wie vor ein Emmerich, weniger Drama, mehr Popcorn für die Massen. Zuerst wirkt alles in Film unglaublich bunt und farbenfrohe. Keine staubige, dreckige Apokalypse, sondern eine bei strahlend blauem Himmel und mit knallroten Feuerbällen – schon allein durch die übertriebene Farbgebung hat alles einen leicht unrealistischen Touch. Auch sind die Effekt ein zweischneidiges Schwert. Selten wurde Zerstörung in einem solchen großen Ausmaß in einem Film so gut dargestellt – aber es wirkt alles nach wie vor einfach "nicht echt". Wenn Autos durch die Gegend fliegen oder Wolkenkratzer einstürzen – es sieht einfach nicht aus wie man es erwartet, irgendwas ist falsch an der Darstellung.
Dazu kommt dann noch erschwerend die Inszenierung Emmerichs. Da muss ein Riss zwischen Mann und Frau in der Erde natürlich gerade dann auftauchen, wenn sie bemerkt dass sie etwas entzweit und der Riss im Fresco "Die Erschöpfung des Adam" im Vatikan muss natürlich GENAU an der Fingerstelle passieren. Auch sind die Fluchtaktionen Jacksons durch die Zerstörungsorgien eher im Stil eines Videospiels (mit God-Mode). Mal fährt man der totalen Zerstörung mit einer Limousine davon, mal fliegt man mit einer Minimaschine hindurch und mal mit einer riesigen Antonow davon. Das ist nicht nur unglaubwürdig, das ist lächerlich, vor allem wenn man zwischendrin dann sogar noch Zeit für vielsagende Reden findet.

Die ganze Story ist einfach nur banal und eindimensional. Bedrohungsgefühl kommt durch die Videospiel/Popcorn-Optik nicht auf, Identifikationsfiguren fehlen bei den ganzen öden Charakteren die ganze Zeit über. Dazu gesellen sich ein ganzen Haufen "glücklicher Zufälle", damit nachher ja alle Personen dort landen wo sie sollen und am Ende sind alle froh und glücklich in einer (mehr oder weniger) heilen Welt. Interessant ist auch, dass im Film zwar Milliarden Menschen sterben, man aber nicht einen sterben sieht. Alles schön kindgerecht, damit dank FSK12 ja viele ins Kino kommen ;)

Allzuviele Gedanken sollte man sich während des ganzen Films nicht machen, sonst fällt man früher oder später in eines der diversen Logiklöcher. Überlegt nicht, wie man mit einem Auto einem durch Tektonik verursachtem Beben entkommt; überlegt nicht, wie schnell sich Erdplatten bewegen müssen, um sich mal eben in solchen Dimensionen zu verschieben; überlegt nicht wie man mit einem popligen Flieger einer Eruptionswolke entkommt; überlegt nicht, ob eine Antonow so starten kann; überlegt nicht, warum man die Zufluchtsarchen im Himalaja lagert, direkt über einer Plattengrenze und überlegt auch nicht, warum man sie dann so am Berg lagert, dass sie voll frontal von der über den Berg schwappenden Flutwelle getroffen werden…

Um es kurz zu machen: Ziemlicher Unsinn und keineswegs ein halbwegs vorstellbarer Weltuntergangsfilm. Pathos, eindimensionale Charaktere und Videospielfeeling – es ist ein Emmerich. Guckt euch den Trailer an, dort sind ein Großteil der Effektszenen zu sehen, den Rest muss sich niemand antun.

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10. 10

Mir ist letzt aufgefallen, dass ich mir schon keinen richtigen Trash mehr angesehen hab. Deshalb habe ich den riesigen Betrag von 5€ in die Hand genommen und mir aus England Zombie Strippers bestellt. Der Covertext lies darauf schließen, dass dieser Film nicht viel mehr als richtiger Trash sein kann:

Als eine geheime Regierungsorganisation einen chemischen Virus freisetzt, der Tote wieder zum Leben erweckt, ist der angesagte Underground-Stripclub Rhinos als erstes betroffen. Eine der Stripperinnen infiziert sich unabsichtlich mit dem Virus, verwandelt sich in eine übermenschliche, Fleisch fressende Zombiestripperin und wird zum Star des Clubs. Können die anderen Mädels der Versuchung widerstehen, so erfolgreich wie die Starstripperin zu werden – auch wenn es für sie kein zurück gibt?

Klingt toll, was? ;)

Das Cover kann gleich mit zwei mehr oder weniger berühmten Namen aufwarten: Robert Englund, den Horrorfans wohl besser als Freddy kennen, und Jenna Jameson (aka "The Queen of Porn"), die wohl vor allem männlichen "Film"fans bekannt sein sollte.

Der Film beginnt in einem Versuchslabor, in welchem eine kleine Zombiehorde außer Kontrolle geraten ist. Ein kleiner Trupp Soldaten nimmt sich mit geballter Feuerkraft diese Problems an. Auch wenn von den Zombies nachher nur noch Stücke übrig sind, wird einer der Soldaten gebissen und flüchtet sich in einen benachbarten Stripclub – wo die restlichen 80 Minuten des Filmes spielen.


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05. 09

Die Uhr tickt für Claudia, Tommy und Karl, die sich völlig fremd sind und doch eins gemeinsam haben: Sie sind im Aufzug eines Mietshauses stecken geblieben – ohne Aussicht auf baldige rettung aus dem nahezu verlassenen Gebäude. Ihre Rettungsversuche scheitern. Und die immer knapper werdende Luft und der enge Raum lassen langsam Panik aufkeimen. Als sich herausstellt, dass einer der drei ein psychopatischer Serienkiller ist, entwickelt sich die ohnehin schon kritische Lage zu einem lebensbedrohlichen Alptraum…

Irgendwie kam mir die Beschreibung des Filmes doch ARG bekannt vor. Nach dem Vorspann war klar das ich richtig vermutet habe: Black Out ist die Verfilmung von Panik.

So mittelmäßig wie das Buch ist aber auch der Film. Vom Stil her ist man relativ nahe am Buch. Auch hier werden die drei im Fahrstuhl eingesperrt und die "Handlung" im Fahrstuhl wird immer wieder von Rückblenden und Gedanken der drei eingesperrten unterbrochen. Allerdings sind die Szenen im Film teils genauso öde wie im Buch ;)
Auch die Charaktere wurden ungefähr aus dem Buch übernommen, nur Claudias Erzählstrang hat etwas mehr "Dramatik" vor dem Fahrstuhlproblem spendiert bekommen – was allerdings den Film auch nicht aufwertet.

Was total geändert wurde ist der Schluss. Was im Buch in einer ziemlich übertriebenen und unglaubwürdigen Erklärung endetet wird hier ganz konventionell zu Ende geführt. Eigentlich schade, das abgedrehte Ende hätte den öden Film vielleicht noch etwas aufgewertet.

So bleibt es ein konventioneller, recht öder "Leute bleiben im Aufzug stecken" Film mit etwas expliziter Gewalt und einigen netten Kamerafahrten durch den Tunnelschacht – aber nichts was man sehen müsste.

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19. 07

Willkommen in Willard! Hier scheint immer die Sonne, die Autos blitzen, die Blumen leuchten, die Bewohner hintern den weißen Gartenzäunen sind so reizend wie irgendwo sonst … und ihre zahmen Zombies auch.
Die Idylle verdankt man ZomCon. Der alles beherrschende Konzern sorgt mit einem elektronischen Halsband dafür, dass den verrottenden Haussklaven der berüchtigte Appetit vergeht und sie brav, wenn auch etwas steif, die ihnen aufgetragenen Arbeiten verrichten.
Die Welt ist in Ordnung in Willard! Hätte da nicht Fido, der neue Zombie der Robinsons, in einem Moment der Schwäche ein Stück aus der alten Mrs. Henderson herausgebissen…

Fido - Gute Tote sind schwer zu finden gab es für günstige 5€ im Karstadt, und da die Story recht witzig klang, hab ich mir die DVD einfach mal "gegönnt" :) Der Fünfer war auch definitiv gut investiert.

In den meisten Zombie-Filmen dienen die armen Zombies eigentlich nur als Opfer – in Fido haben sie endlich mal einen praktischen Sinn. Dank eines Halsbandes kann ihr Hunger auf Menschenfleisch unterdrück werden und so halten sich die Bürger Zombies als Haussklaven. Die Zombies schlurfen und tapsen zwar etwas unbeholfen durch die Gegend, erfüllen aber die ihnen aufgetragenen Arbeiten ohne klagen und motzen – es sei denn ihr Halsband hat einen technischen Defekt, dass kann schon mal mit dem Verlust von Körperteilen enden.

Die Welt in Willard sieht nach außen perfekt aus. Ein friedliches Vorstadtidyll im Stile der 50er Jahre. Geschniegelte Menschen, saubere Gärten, schmucke Häuser. Was aussieht wie ein Idyll ist aber eher eine Dystopie. Nach den Zombiekriegen sind die Städte mit einem Zaun gegen die "Wilde Zone" geschützt, wo Zombies umherstreifen, Kinder lernen in der Schule das schießen, ZomCon kontrolliert teils das Leben der Bürger und kann unliebsame Mitbürger einfach mal in die "Wilde Zone" entsorgen, das Zusammenleben ist geprägt von Spießertum - wer keinen Zombie hat ist gesellschaftlich unten durch.


Fido

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11. 06

burnafterreading Die beiden etwas beschränkten Fitnessclub-Angestellten Chad und Linda fällt eine CD mit den brisanten Memoiren des Ex-CIA-Analysten Osbourne Cox in die Hände. Sie wittern das große Geld und scheitern beim Versuch, ihn zu erpressen grandios an ihrer eigenen Unfähigkeit. Den eitlen und einfältigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer plagen dagegen ganz andere Sorgen, denn er muss seinen Verfolgungswahn und sämtliche Affären, unter anderem mit Cox Frau Katie, geschickt koordinieren. Und dann mischen sich auch noch die Russen ein…

Burn after Reading ist mal wieder ein Filmchen der Coen Brüder, und wieder etwas leicht skurriles. Der Cast ist 1a, man sieht einen etwas unterbelichteten Brad Pitt, John Malkowitch als Agentenwrack, George Clooney als schmieriger Sunnyboy – die Rollen sind perfekt besetzt.

Allerdings ist die Story doch nahe an der Nichtexistenz. Eigentlich ist es eine Story von Irrtümern, Betrug und Verfolgungswahn – was immer wieder zu blöden (und ab und an tödlichen) "Komplikationen" führt.

Der Enddialog im CIA Büro (diese Szenen fand ich eh immer am besten) trifft es ziemlich gut:

Was lernen wir daraus?
Ich weiß es nicht…
Schätze, wir sollten es nicht wiederholen! … Wenn ich nur wüsste, was wir eigentlich getan haben

Am Ende blickt man zurück auf einen skurrilen Film, mit teils schwarzem und groteskem Humor, mit sehr gutem Cast – aber objektiv gesehen einem nicht vorhandenen Plot. Das seltsame: man wurde trotzdem recht gut unterhalten…. Was halten wir von dem Film? – Ich weiß es nicht…

"Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?" vollständig lesen

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09. 04

Letzt gab es bei The Hut.com das Kung Fu Huste Gift Set für unglaubliche 4£ (plus 0.99£ Versand). Da die normale DVD teurer war, dachte ich eigentlich nicht, dass das Teil geliefert wird – liegt jetzt aber vor mir :)

Neben der DVD hat das Gift Set so tolle Extras wie ein Kartenspiel, ein Schweißband, einen Schlüsselanhänger und eine aufblasbare Axt.
Wenn man nach dem Produktbild wie man es z.B. auf Amazon findet geht, erwartet man so eine kleine Mini-Axt zum aufblasen, aber nein…

SANY0368das ist ne richtig "große" Axt ;)

Braucht zwar eigentlich niemand (außer um vielleicht die Freundin damit zu hauen…) aber für 5€ ist es ein witziges Gimmick (vor allem weil die DVD an sich schon teurer ist *g)

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05. 04

jumper David Rice hält sich für einen ganz gewöhnlichen Typen, bis er durch Zufall entdeckt, dass er ein "Jumper" ist.
Er kann sich in Sekundenschnelle nach Tokio teleportieren, direkt auf die Sphinx nach Ägypten - oder in die nächtstgelegene Bank. Alles ist möglich in seinem Leben. Doch dann heftet sich eine dunkle Geheimorganisation an seine Fersen:
Die "Paladine", angeführt von Roland, versuchen mit aller Macht, die Jumper auszulöschen und stehen kurz vor einem Durchbruch auf ihrer mehr als tausend Jahre währenden Jagd. Gemeinsam mit seiner bildhübschen Freundin und einem anderen, kampfeslustigen Jumper namens Griffin rüstet sich David zum finalen Showdown gegen die Paladine.

Jumper ist einer dieser Filme die man sich ansieht, denkt "naja, war halt so was" und sie ziemlich schnell wieder vergisst. Keine wirklichen Highlights, nicht was wirklich im Hirn haften bleiben würde.

Jumper macht einfach zu wenig auf der nicht uninteressanten Idee des "wild durch die Welt jumpens". Auch ist die Story ziemlich dünn. Warum, weshalb und wieso Jumper jumpen können bleibt unbekannt, warum die Paladine die Jumper töten (sehen wir mal von der mystischen "Nur Gott sollte solch eine Macht haben" Erklärung des Filmes mal ab) und woher diese kommen ebenfalls.

Der Film beschränkt sich eigentlich auf ein Katz und Maus Spiel von Jumper und Paladine. David versucht nicht getötet zu werden und versucht im Team mit Griffin den Paladinen an die Wäsche zu gehen. Das ist nicht gerade viel Substanz für einen Film, selbst wenn eben jener nicht mal 90 Minuten dauert.

Eins muss man Jumper aber lassen: Die Effekte des Filmes sind wirklich gut gemacht und er kann auch mit einigen schönen Panorama-Aufnahmen aufwarten – aber mehr leider auch nicht. Bestenfalls Durchschnitt und eine Notlösung wenn die Videothek sonst wirklich nichts mehr hergibt.

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04. 04

pathfinder500 Jahre vor Columbus erreichen die Wikinger die amerikanische Küste. Doch sie kommen nicht in Frieden, sondern fallen mit barbarischen Raubzügen in das Land der indianischen Urbevölkerung ein. Es beginnt ein blutiger Kampf um Ehre und Eroberung, der viele Opfer fordert. Als ein zehnjähriger Wikingerjunge von seinem Clan zurückgelassen wird, nehmen ihn die Indianer bei sich auf. Sie geben ihm den Namen "Ghost" und ziehen ihn groß. Dann kommt der Tag, an dem die Wikinger zurück kehren und erneut die Indianerstämme bedrohen. Ghost, inzwischen ein erwachsener Krieger, muss sich entscheiden: Kehrt er zu seinem Clan zurück, oder bleibt er den Indianern treu und führt einen persönlichen Kampf gegen sein eigen Fleisch und Blut, um die brutalen und zerstörerischen Raubzüge zu stoppen - so wie es der "Pathfinder", ein mächtiger Schamane, geweissagt hat ...

In der Geschichte des Films durfte sich schon so ziemlich jeder mit jedem Prügeln: Aliens mit Predatoren, Zombies mit Wrestlern oder Freddy mit Jason. Warum also nicht mal Wikinger gegen Indianer in einem No-Brainer aufeinander hetzten? Genau dieser etwas seltsamen Kombination bedient sich Pathfinder.

So gibt es auf der einen Seite nun hünenhafte Wikinger mit Helm, Schwert und Schild die alles abmetzeln was bei drei nicht auf den Bäumen ist und ihnen gegenüber ein paar untalentierte Indianer mit Speeren, die der gepanzerten Armee nicht wirklich was entgegenzusetzen haben. So bleibt es dann an Ghost hängen die Reihen der wackeren Nordmänner zu dezimieren. Erinnert alles stark an Mel Gipsons Apocalypto, nur dass es hier keine Mayas gibt.

Der Film hält sich nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf. Charaktertiefe? Braucht man nicht, die Wikinger bleiben hinter ihren Helmen oft sogar fast gesichtslos (Ralf Möller hätte ich auch fast nicht erkannt). Spannung? Kommt auch nicht wirklich auf. Dialoge? Sind entweder recht sinnfrei oder fehlen gänzlich – Kommunikation findet nur statt um die Handlung zum nächsten Kampf zu bringen.

"Pathfinder – Wikinger vs. Indianer" vollständig lesen

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