22. 10

Ahoi Polaroid: Roman (Die Paul-Potek-Romane, Band 6) Cover Image
Titel:Ahoi Polaroid: Roman (Die Paul-Potek-Romane, Band 6)
Autor:
ISBN:3453407121
Verlag:Heyne Verlag
Seitenzahl:368
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Urlaub machen, Seele baumeln lassen. So haben sich Paul Plotek und sein Kumpel Vinzi das vorgestellt, als sie zu ihrer Reise mit dem Hurtigruten-Schiff in Richtung Nordkap aufbrechen. Aber nichts da. Schon bei der Anreise im Nachtzug werden beide mit einer Leiche im Abteil konfrontiert, und kaum haben sie den Hafen verlassen, verschwinden auf mysteriöse Art und Weise mehrere Mitreisende. Der Urlaub scheint dahin, die beiden fortan mit Nachforschungen beschäftigt. Und dann tauchen auch noch diese Polaroidfotos auf....

Ahoi Polaroid habe ich mir gekauft, weil ich den Vorgängerroman, Kuhdoo, eigentlich ziemlich unterhaltsam fand. Leider kann der sechste Band der Reihe rund um “Zufallsdetektiv” Paul Plotek absolut nicht mit seinem Vorgänger mithalten.

Wo der Vorgänger zwar teils etwas übertrieben war, aber man sich das ganze noch ungefähr vorstellen konnte, tischt Swobodnik in “Ahoi Polaroid” doch etwas zu sehr auf. Die Morde sind arg brutal (was nicht zu dem eher witzigen Grundcharakter des Buches passt), die Charaktere zu überzeichnet und die endgültige Auflösung hinkt ohne Ende (und ergibt auch keinen so richtigen Sinn….). Was Swobodnik sicher kann, sind Wortwitze, sexistische Gedanken und ein paar Zoten – aber für einen unterhaltsamen Krimi reicht das leider nicht.

Auch sind Plotek und Vinzi hier doch arg passiert, sie taumeln eher von Weißbier zu Weißbier – von Kneipe zur Reeling – und die Story geht um sie herum halt weiter. Wirkliche Freude will beim Lesen so überhaupt nicht aufkommen.

Schade – Kuhdoo war vielversprechend, und es sah aus, als ob Swobodnik ein “etwas anderer” Krimischreiber sei. Leider macht Ahoi Polaroid die Hoffnung so ziemlich zunichte.

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16. 07

Ein Brief an Hanny Porter Cover Image
Titel:Ein Brief an Hanny Porter
Autor:
ISBN:3499226782
Verlag:Rowohlt Taschenbuch Verlag
Seitenzahl:176
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Hanny Porter hat es geschafft: Aus der ehemaligen Provinzschönheit ist die gutsituierte Gattin eines reichen Mannes geworden. Zu den zahlreichen Annehmlichkeiten ihres Lebens gehört auch ein Ferienhaus auf Hawaii. Als Hanny dort eintrifft, findet sie das hübsche Domizil völlig verwüstet vor. Und es gibt sogar ein Bekennerschreiben, Zeilen voller Hass. Doch das ist nur der Auftakt grauenvoller Ereignisse, die von der heilen Welt der Hanny Porter nichts übrig lassen werden….

So genau weiß ich gar nicht, woher ich das Buch überhaupt habe… Beim letzten Stöbern durch mein Regal ist es zumindest herausgefallen, und aufgrund der übersichtlichen Dicke (gerade mal 168 Seiten) beschloss ich, es einfach mal geschwind durchzulesen.

Das Buch zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Art Psycho-Thriller – Hanny und ihr Mann werden immerhin zu Gefangenen in der eigenen Ferienwohnung. Dieses Setting nutzt Thor Kunkel aber, um sich eher gesellschaftlichen Fragen zu widmen. Arm gegen Reich, Menschen die im Leben Glück und Erfolg genießen gegen diejenigen, die scheinbar von Pech und Misserfolgen verfolgt sind. Macht und Einfloss gegen Gehorsam und Befehlsempfang. Schwarz gegen Weiß.

"Thor Kunkel – Ein Brief an Hanny Porter" vollständig lesen

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28. 03

Wolfsfährte: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher) Cover Image
Titel:Wolfsfährte: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Autor:
ISBN:3404158954
Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Seitenzahl:400
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Können die Märchen der Gebrüder Grimm zur Vorlage schrecklicher Bluttaten werden? Mit dieser Frage wird Hauptkommissar Jan Fabel konfrontiert, als man das erste Opfer eines perfekten Serienmörders entdeckt. Die Ermittlungen führen den Hamburger Kommissar und sein Team auf die Spur eines Täters, dem die Grimm’schen Märchen offenbar mehr bedeuten als Gutenachtgeschichten für Kinder…

Wolfsfährte war so ein Buch, welches ich mit keinen allzugroßen Erwartungen aus dem Regal gezogen habe und am Ende wirklich positiv überrascht war. Was Craig Russel hier abliefert ist wirklich ein interessanter, spannender Krimi.

In Wolfsfährte dienen die Märchen der Gebrüder Grimm als Vorlage für einen Krimi, in dem ein Serienmörder sich Motive aus den Märchen (Rapunzel, Hänsel und Gretel etc) aussucht und diese in Form von realen Morden abbildet/interpretiert. Dadurch, dass man erst kurz vor Schluss den Mörder enttarnt bekommt, hält sich auch über das komplette Buch hinweg eine Spannung, in der man immer wieder verschiedene Personen verdächtigt und den Verdacht dann doch wieder verwirft. Für einen Krimi sicherlich ein gutes Zeichen.

"Craig Russell – Wolfsfährte" vollständig lesen

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13. 02

Die Figur des Sherlock Holmes dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Mit dem brillianten Meisterdetektiv mit Pfeife ist es Sir Arthur Conan Doyle wirklich gelungen, einen Charakter zu erfinden, der über Jahrhunderte hinweg bekannt blieb.
Nun hat Holmes, unter Regie von Guy Ritchie, der uns sowohl mit guten als auch mit weniger guten Filmen bedacht hat, den Sprung auf die moderne Kinoleinwand geschafft – und das gar nicht mal schlecht.

 

Allerdings darf man nicht mit dem Anspruch in den Film gehen, einen Holmes wie in den Originalbüchern zu Gesicht zu bekommen. Wo der literarische Holmes seine Fälle eher ganz ruhig und besonnen mit Pfeife am heimischen Kamin durch scharfe Schlussfolgerungen löst, ist der Homes dieser Verfilmung eher etwas der James Bond der Jahrhundertwende. Es geht alles etwas actionreicher zur Sache, es darf sich geprügelt werden – auch mal in Fight-Club-Manier – und auch Dr. Watson ist nicht nur die analytische rechte Hand sondern darf auch mal feste hinlangen. Allerdings wurde eine gute Mischung gefunden, die gezeigte Action ist nicht total übertrieben sondern gut dosiert. Seien wir ehrlich: Holmes 90 Minuten beim Rauchen und Schlussfolgern zuzusehen wäre fürs Kino auch etwas arg langweilig geworden…

 

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22. 08

Edward Wozny ist das Wunderkind der New Yorker Finanzszene. Warum ausgerechnet er von einer exzentrischen englischen Adligen beauftragt wird, einen geheimnisvollen mittelalterlichen Codex zu finden, ist ihm ein Rätsel. Je mehr er jedoch in den Bann des mysteriösen Texts gerät, umso heftiger überkommt ihn das beunruhigende Gefühl, Teil eines ausgeklügelten, für ihn aber undurchschaubaren Plans zu sein. Diese Ahnung steigert sich zum nahezu wahnhaften Fiebertraum, als Edward plötzlich zum in der virtuellen Welt eines Computerspiels immer mehr Parallelen zur Legende des Codex entdeckt...

Die Macht des Codex dürfte ein Buch sein, dass man entweder toll oder bescheiden findet. Man sollte nicht mit falschen Erwartungen an das Buch gehen. Auch wenn der Einband es mit Dan Brown vergleicht und es als Thriller ausgibt: Die Macht des Codex ist kein Thriller und erstrecht keine Geschichte im Dan Brown Style. Es gibt keine Verfolgungsjagten, keine Schusswechsel und keine große Action. Es ist viel eher mit dem Club Dumas vergleichbar, auch hier handelt es sich um eine bibliophil angehauchte Detektivgeschichte; und als solche funktioniert der Roman ziemlich gut.

Auch hier wird man, zusammen mit dem Protagonisten, leicht in die Welt der Bücher gezogen (allerdings nicht so ausschweifend wie im Club Dumas), auch hier steht dem Helden eine leicht mysteriöse Frau zur Seite und es geht ebenfalls darum eine alte verschollene Schrift wieder zu finden.

"Lev Grossman – Die Macht des Codex" vollständig lesen

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04. 08

Jamal, ein Strichjunge aus London, hat eine Mini-Disc mit brisanten Informationen gestohlen. Und das ist schlecht für ihn – denn nun ist "Hammer" hinter ihm her, ein brutaler Killer mit einem saphirblauen Schneidezahn, der seine Opfer auf dem Gnadenthron, einem Folterstuhl, zu Tode quält.
Seine Tre3fferquote: 100 Prozent. Unerwartete Hilfe bekommt Jamal von dem ehemaligen Starjournalisten Joe Donovan, der verzweifelt nach seinem spurlos verschwundenen Sohn sucht. Zusammen dringen die beiden in ein Netz des Schreckens vor, vor dem sie sich keine Vorstellung gemacht hatten…

Gekauft habe ich mir den Gnadenthron, weil der Klappentext recht interessant klingt. Allerdings bin ich nun, nach der Lektüre, doch etwas enttäuscht von dem Buch.Waites liefert hier einen dunklen Krimi, bei dem der titelgebende Gnadenthron nur eine kleine Nebenrolle einnimmt und als Schauplatz für eine Folterungsszene dient.

Auf den Stil des Buches muss man sich erst einmal einstellen. Waites nutzt größtenteils extrem kurze und schnörkellose Sätze, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Trotzdem schafft er es, die Charakteren recht detailliert zu zeichnen und einjedem eine Persönlichkeit einzuhauchen.

Was mich aber so gar nicht begeistert konnte, war die  komplexe (und teils etwas verwirrende) Story. Anfangs hat man einige parallele Erzählstränge, die am Ende aber alle recht sauber zusammengeführt werden. Trotzdem konnte mich der Roman nie in seinen Bann ziehen. Zu lange weiß man nicht, woran man eigentlich ist. Alle Storyfäden plätschern zusammenhangslos vor sich hin – Spannung sieht für mich anders aus.

Im Netz bekommt das Buch meist recht gute Kritiken – trotzdem war es nicht so wirklich mein Fall, bestenfalls mittelmäßig.

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11. 06

clubdumas Wer Bücher liebt, lebt gefährlich. Diese Erfahrung muss jetzt jedenfalls Lucas Corso machen, der im Auftrag von Antiquaren, Buchhändlern und Sammlern nach prachtvollen Erstausgaben, skurrilen Sonderauflagen und wertvollen Wiegendrucken sucht. Zwei bibliophile Kostbarkeiten werden dem Bücherjäger zum Verhängnis: ein kostbarer okkulter Band, dessen Drucker vor Jahrhunderten auf dem Scheiterhaufen endete, und das Kapitel eines Originalmanuskriptes von Alexandre Dumas. Sind beide wirklich echt? Manche Bücherschätze entzünden offensichtlich Leidenschaften, die geradewegs in den Wahnsinn führen...

Arturo Pérez-Revertes Roman Der Club Dumas dürften ziemlich viele kennen – wenn nicht als Buch, dann wenigstens in der Verfilmung Die neun Pforten mit Johnny Depp. Die Verfilmung hält sich recht nah an das Buch – außer der Schluss, welcher im Buch anders ist.

Wer sich von dem Buch einen unterhaltsamen, okkulten Thriller/Krimi erhofft sei gewarnt: Das ist "Der Club Dumas" definitiv nicht. Es handelt sich eher um einen Thriller für Bibliophile. Der Plot um das (fiktive) rätselhafte Buch "Buch der neun Pforten ins Reich der Schatten" wird eng mit dem Roman Die drei Musketiere von Alexandre Dumas verknüpft, und der Autor lässt es sich auch nicht nehmen, einige Fachsimpeleien, Streitgespräche und Zitate aus und um Dumas Roman in das Buch einzubauen. Auch sonst wird allgegenwärtig über alte Bücher philosophier und diskutiert – eine Freude für Büchersammler mit etwas Hintergrund, viele Fragezeichen für Gelegenheitsleser. Allerdings bleibt der Roman immer verständlich und nachvollziehbar, auch bei diesen Abstechern in die Welt der Literatur.

"Arturo Pérez-Reverte – Der Club Dumas" vollständig lesen

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13. 04

Der kaltblütige Mord an einem Detektiv ist der Auftakt einer Mordserie, die ganz Paris in Atem hält. Die Opfer haben nichts gemeinsam. Oder doch? Zumindest finden sich die Namen aller Toten in der Kundenkartei des ermordeten Detektivs. Wem war er auf der Spur? Kommissar Martin gerät bei seinen Ermittlungen in höchste Politiker-Kreise, doch der einzige Hinweis, den er auf den Mörder hat, ist der Abdruck eines zierlichen Turnschuhs. Und dann gerät Kommissar Martin, dem die Frauen in seinem Privatleben mindestens ebenso viele schlaflose Nächte bereiten wie die mögliche Mörderin, selbst unter Mordverdacht: Kurze Zeit nach seinem Besuch bei der schönen Polizeipsychologin Lurett wird diese brutal zusammengeschlagen und liegt schwer verletzt im Koma. Martin war der Letzte, der abends bei ihr war - und er hat kein Alibi... (Klappentext)

[amazon asin="9783404922581"]Pik Dame[/amazon] hab ich vor einiger Zeit bei der Lesejury gewonnen und mich mal dazu durchgerungen es auch zu lesen. Ums kurz zu sagen: Ein durch und durch mittelmäßiger Krimi.
Das Buch hat es zu keiner Zeit geschafft, mich wirklich in seinen Bann zu ziehen. Martin als depressiver Kommissar ist nicht wirklich eine Sympathiefigur und auch alle anderen Akteure im Buch taugen nur bedingt als Identifikationsfiguren. Irgendwie besitzt das Buch auch keinerlei Spannungsbogen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven, Ermittler und Mörderin, erzählt, so dass man als Leser immer schon alles weiß und den Protagonisten immer einen Schritt voraus ist. Die Perspektive wechselt auch relativ oft, teils mitten im Kapitel von einen Abschnitt auf den nächsten, was manchmal für etwas Verwirrung sorgt und auch den Lesefluß bremst.
Dazu kommt, dass sich ein Großteil des Buches auch um diverse private Probleme der Akteure dreht, was mich als Leser in der Breite nicht die Bohne interessiert hat ;) Martin hat mit fast jeder im Roman vorkommenden Frau irgendetwas und auch alle anderen schleppen so ihre privaten Probleme durch die Geschichte. Die eigentliche Ermittlungsarbeit tritt da teilweise in den Hintergrund und lebt von einigen "göttlichen Eingebungen" (bzw Intuition).
Irgendwann hat man sich dann durch das Buch durchgewühlt, denkt "schön, fertig", leg es weg und vergisst recht schnell was man da eigentlich gelesen hat. Für ein gewonnenes Buch OK, Geld würde ich dafür allerdings nicht ausgeben.
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